Freiwilliges soziales Jahr
Viele absolvieren ihr FSJ im Krankenhaus FOTO:PIXABAY

SONDERVERÖFFENTLICHUNG: FREIWILLIGES SOZIALES JAHR

07.02.2018 (Aktualisiert 09:30 Uhr)
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Freiwilliges soziales Jahr

Wenn die Schulzeit beendet ist, wissen viele Jugendliche noch gar nicht, wie es beruflich weitergehen soll. Einige entscheiden sich deshalb für ein „Freiwilliges soziales Jahr“. Dieses ist in vielen unterschiedlichen Bereichen möglich, dient der beruflichen Orientierung und bietet neue Erfahrungen.

REGION - Das FSJ (Abkürzung für Freiwilliges Soziales Jahr) ist ein Freiwilligendienst in sozialen Bereichen. Jeder, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt und noch nicht das 27. Lebensjahr erreicht hat, darf es absolvieren. Die Dauer liegt zwischen sechs und 18 Monaten.

Das FSJ geht auf eine Idee der Kirche zurück. So appellierte der Leiter der Diakonissenanstalt Neuendettelsau und späterer Landesbischof von Bayern im Jahr 1954 an die weibliche katholische Jugend, ein Freiwilliges Diakonisches Jahr zu absolvieren. Die Frauen sollten für ein Taschengeld und gegen Verpflegung einen Dienst in der Kranken- und Altenpflege leisten ohne Diakonissen zu werden.

Im Jahr 1962 wurde von evangelischer Seite der "Philadelphische Dienst" ins Leben gerufen. Abiturientinnen sollten so vor ihrem Studium mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr die Möglichkeit zur persönlichen und beruflichen Orientierung erhalten. Das war seinerzeit ein unbekannter Ansatz. Sozialdienst gab es in der Form des Zivildienstes nur für Männer, und zwar verpflichtend. Jener Piladelphische Dienst wurde zum Vorläufer und Vorbild des dann ein Jahr später bundesweit gesetzlich festgeschriebenen "Freiwilligen Sozialen Jahres".

Die Arbeitszeit während des Dienstes richtet sich nach den Gegebenheiten der Einsatzstelle, ist allerdings durch die in öffentlichen Tarifen vereinbarten Wochenstundenregelungen begrenzt. In der Regel sind es etwa 39 Stunden, die ein Freiwilliger wöchentlich leisten muss.

Taschengeld und Zusätze

Die finanzielle Vergütung wird oft als Taschengeld bezeichnet. Zu diesem Verdienst kommt die Verpflegung, Unterkunft und eine Fahrtkostenerstattung hinzu. Die Höhe des Taschengeldes ist von Träger zu Träger unterschiedlich. Falls eine Unterkunft und die Verpflegung nicht gestellt werden, dann wird beides finanziell vergütet. Bestimmte Einsatzstellen, etwa Kindergärten, sind nicht verpflichtet, eine Unterkunft zu bieten. Folglich müssen sie auch keine Abgeltung zahlen. Zusätzlich besteht für unter 25-Jährige der Anspruch auf Bezug von Kindergeld nach dem Bundeskindergeldgesetz.

Die Einsatzbereiche liegen sämtlich im sozial-karitativen oder gemeinnützigen Bereich. Das FSJ-Gesetz wurde vor einigen Jahren neu gefasst und die Einsatzbereiche erweitert. Ein FSJ kann seither auch in den Bereichen , Sport, Denkmalpflege, Politik und Kultur absolviert werden. Die Haupttätigkeitsfelder liegen jedoch immer im sozialen Bereich. Mehr Infos gibt es auf
www.bundesfreiwilligendienst.de