Alltagsmythen im Check

„Schtimmt dees?‟: Wunden heilen besser an der Luft?

Wissen / Lesedauer: 2 min

Wir blicken auf Alltagsfragen und Mythen. Diesmal: "Schtimmt dees"…, dass Kratzer, Schürfwunden, Schnitte & Co. am besten an der Luft heilen?
Veröffentlicht:16.03.2023, 05:00

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Ein aufgeschlagenes Knie gehört zur Kindheit dazu – und auch im Erwachsenenalter schneidet man sich schnell mal in den Finger, holt sich einen Kratzer, Schürfwunden oder Schnitte. Bei der Wundheilung gehen die Meinungen jedoch oftmals auseinander. Eine Aussage, die sich hartnäckig hält: „Wunden heilen am besten an der Luft!‟ Doch … „Schtimmt dees‟?

Zellwachstum braucht Feuchtigkeit

An der alten Weisheit, für eine bessere Heilung die Wunde an der Luft zu lassen, ist in Wahrheit nicht allzu viel dran. Zumindest nicht unmittelbar nach der Verletzung.

Denn: Trocknen Wunden an der Luft aus, führt das zu einer Verschorfung oder Kruste. Und die wiederum verzögert die Heilung sogar, statt sie zu beschleunigen. Noch dazu können dadurch Narben zurückbleiben.

Wunden heilen tatsächlich am besten, wenn sie feucht bleiben. Damit Wunden sich schließen, müssen sich die Zellen an der betroffenen Stelle regenerieren und neu bilden. Der Körper bildet zur Heilung ein Wundsekret, welches die Verletzung feucht hält und versorgt. Trocknet die Wunde aus, kann das Wundsekret nicht mehr fließen.

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Zu diesem Schluss kam der britische Mediziner George Winter bereits in den 1960er-Jahren. Seine Studien zeigten, dass die frische Luft die Heilung im Gegensatz zu einem Pflaster behindert.

Mit einem Pflaster bleibt die Wunde feucht. Genau dieses feuchte Mundmilieu mindert den Juckreiz und minimiert das Risiko, dass sich eine Narbe bildet.

Wundauflagen verhindern das Austrocknen der Wunde, nehmen überschüssiges Sekret auf  - und schützen die Wunde vor äußeren Einflüssen und Keimen. Der natürliche Heilungsprozess wird dadurch unterstützt und Bakterien und Viren können schwerer in die Wunde eindringen.

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(Foto: David Weinert)