StartseiteThemenSchtimmt dees? Alltagsmythen im Check„Schtimmt dees“: Ist altes Leitungswasser nicht mehr trinkbar?

Alltagsfragen im Check

„Schtimmt dees“: Ist altes Leitungswasser nicht mehr trinkbar?

Wissen / Lesedauer: 1 min

Wir blicken auf Alltagsfragen und checken die Mythen. Diesmal: „Schtimmt dees…‟, dass Leitungswasser, das mindestens vier Stunden in der Leitung stand, nicht mehr trinkbar ist.
Veröffentlicht:03.12.2023, 12:00

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Eine verbreitete Faustregel besagt, dass Leitungswasser, das bereits vier Stunden oder länger im Wasserhahn stand, nicht mehr zum Trinken geeignet sei. Um das zu beheben, solle man zuerst den Wasserhahn für 30 Sekunden aufdrehen, um das „abgestandene“ Wasser abzulassen. Und tatsächlich: An dem Mythos ist etwas dran.

Doch die gute Nachricht zuerst: Das deutsche Leitungswasser ist per se bedenkenlos trinkbar. „Trinkwasser hat in Deutschland eine sehr hohe Qualität und ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland“, sagt Herwig Kanal, Abteilungsleiter Anlagen bei den Technischen Werken Schussental (TWS). 

Darum stimmt die Vier-Stunden-Regel trotzdem

Die TWS versorgt Ravensburg, Eschach und Weingarten mit Leitungswasser. Dabei halte sie sich an die sogenannte Trinkwasserverordnung und führe regelmäßig Analysen des Trinkwassers durch. „Durch regelmäßige Laboruntersuchungen können wir gewährleisten, dass das Trinkwasser, das wir bereitstellen, einwandfrei ist“, sagt Kanal.

Doch trotz dieser Qualitätsansprüche ist die "Vier-Stunden-Regel" nicht abwegig. „Laut Umweltbundesamt sollte Trinkwasser, das länger als vier Stunden in der Trinkwasserinstallation gestanden hat, nicht mehr zur Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden“, sagt Kanal.

Fingerprobe hilft beim Qualitäts-Test

Das Umweltbundesamt verweist zudem auf die „Fingerprobe“, um die Qualität des eigenen Trinkwassers zu überprüfen. Frisches Wasser sei nämlich deutlich kühler als "Stagnationswasser", also Wasser, dass schon länger im Hahn stand.

Das heißt jedoch nicht, dass älteres Leitungswasser gleich zurück in den Abfluss muss. „Wasser ist ein wertvolles und rares Gut. Deshalb empfiehlt das Umweltbundesamt Stagnationswasser aufzufangen und zum Blumengießen zu verwenden“, sagt Herwig Kanal von der TWS.

Was ist dran an der "Vier-Stunden-Regel"?
Was ist dran an der "Vier-Stunden-Regel"? (Foto: David Weinert)