Kontaktnachverfolgung

Lange gefordert, endlich umgesetzt: Corona-Warn-App erhält wichtiges Update

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Die offizielle Corona-Warn-App wird nach Ostern mit der nächsten technischen Aktualisierung um eine neue und überaus wichtige und wertvolle Funktion erweitert.
Veröffentlicht:30.03.2021, 15:30
Aktualisiert:30.03.2021, 18:31

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Die offizielle Corona-Warn-App wird nach Ostern mit der nächsten technischen Aktualisierung um eine neue und überaus wichtige und wertvolle Funktion erweitert.

Es ist ein Feature, das in den vergangenen Wochen von Experten, App-Nutzern und auch Einzelhändlern sowie Gastronomen gefordert wurde. Es geht um die digitale Kontaktnachverfolgung, um Infektionsketten schnell identifizieren und brechen zu können.

Zuletzt konnte hier die Luca-App punkten, die gegenwärtig auch von einigen Landkreisen in der Region wie etwa dem Bodenseekreis , in Tuttlingen oder auf der Ostalb zum Einsatz kommt.

Update Corona-Warn-App Mitte April

Wie tagesschau.de berichtet, wird das Update mit der Version 2.0 am 16. April für Smartphone-Besitzer zur Verfügung gestellt werden.

"Mit dem nächsten Release zeitnah nach Ostern ist die Erweiterung der CWA um eine Funktionalität zur Event-Registrierung vorgesehen", bestätigt das Bundesgesundheitsministerium dem Portal.

Im Kern bedeutet das, dass Nutzer der App beim Eintritt etwa in ein Museum, ein Restaurant, ein Konzert oder eine andere Veranstaltung einen sogenannten QR-Code mit der App einscannen können.

Wird ein Besucher, der die Corona-Warn-App entsprechend nutzt, später positiv auf Covid-19 getestet, kann er dies über die App an den Server des Robert-Koch-Instituts melden. In der Folge erhalten alle anderen App-Nutzer, die sich mit der infizierten Person an dem Ort aufgehalten und ebenfalls den QR-Code gescannt hatten, eine Warnung.

Der Unterschied zur Luca-App

Die entsprechenden Daten werden dabei auch weiterhin dezentral auf dem eigenen Smartphone gespeichert. Und hier liegt der zentrale Unterschied zur Luca-App.

Bei dieser muss man seine personenbezogenen Daten wie Name und Telefonnummer hinterlegen, die bislang noch zentral gespeichert werden. Im Fall einer Infektion werden diese Daten dann direkt an das Gesundheitsministerium übermittelt, wo sie die Kontaktnachverfolgung ermöglichen sollen.

Datenschützer monieren diese zentrale Speicherung der Daten bereits. Deswegen will man mit dem Betreiber der App erörtern, inwieweit eine dezentrale Speicherung möglich wäre. Zudem müsse über die Entschlüsselung der Daten noch einmal nachgedacht werden. Die Einhaltung grundlegender Sicherheitsprinzipien müsse nachgewiesen werden.

Bei der Corona-Warn-App werden die Daten hingegen nicht zentral gespeichert, die Gesundheitsämter nicht einbezogen. Die Warnungen funktionieren analog zu einer in der App übermittelten Infektions-Warnung ausschließlich zwischen den Endgeräten der Nutzer statt.

Die benötigten QR-Codes sollen für alle Corona-Apps einheitlich auslesbar sein und somit keine Konflikte zwischen den unterschiedlichen Anwendungen verursachen.

"Der QR-Code der CWA wird in einer Form bereitgestellt, dass andere Apps der digitalen Kontaktlistenerfassung, wie z.B. Luca, diesen in ihren eigenen QR-Code integrieren können und somit ein Check-in beider Anwendungen mit einem QR-Code möglich ist", erklärt das Bundesgesundheitsministerium dazu auf tagesschau.de.

Beide App-Systeme haben ihre Berechtigung

Die Luca-App wird aktuelle bereits von Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Baden-Württemberg zur Kontaktnachverfolgung benutzt. Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und das Saarland planen den Einsatz der App.

Beide Anwendungen, sowohl die Luca-App als auch die Corona-Warn-App sollen dank unterschiedlicher Stärken bei den Anwendungsmöglichkeiten nebeneinander koexistieren können, betont das Ministerium.

So sei, die Corona-Warn-App weiterhin das Mittel der Wahl "um unbekannte Risiken zu erkennen und Kontakte zu warnen", etwa bei größeren Events. Die Luca-App hingegen habe ihren Vorteil beispielsweise bei Restaurant-Besuchen oder privaten Veranstaltungen. Denn hier kann die App die unpraktische und datenschutzrechtlich problematische Zettelwirtschaft ersetzen.