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Chefvisite - Klinikchef spricht über mögliche Einschränkungen für Impfverweigerer

Themen / Lesedauer: 2 min

Bei „19 – die Chefvisite“ sagt der Chef der Essener Uniklinik, dass für Impfverweigerer möglichst rasch ein Regel- und Strafwerk erarbeitet werden soll. Sonst werde das Thema bald zum Politikum.
Veröffentlicht:12.05.2021, 14:00

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Für Impfverweigerer soll möglichst rasch ein Regel- und Strafwerk erarbeitet werden. Darüber müsse „jetzt entscheiden werden, sonst gerät das Thema in den Bundestagswahlkampf“, warnt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner , bei „19 – die Chefvisite“. Die Corona-Impfung sei selbstverständlich freiwillig, so der Mediziner.

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CV-thumbnails-128-ritter-mueller-01 (Foto: )

Es müsse aber auch klar sein, dass ein Nein zum Piks von bis zu zehn Millionen Einwohnern für diese „bedeutet, dass etwas wegfällt“ – das könne zum Beispiel die Untersagung des Besuchs einer Kirmes oder Sportveranstaltung sein bis hin zum Verbot, eine Urlaubsreise zu machen.

Experten wie der Berliner Virologe Christian Drosten gehen davon aus, dass sich letztlich alle Ungeimpften mit dem Corona-Virus infizieren. Klinikchef Werner fordert, die Politik müsse sich bei ihrer Entscheidung „maßgeblich“ an Empfehlungen des Deutschen Ethikrats orientieren. Werner drückt aufs Tempo: Am schlimmsten wäre es, wenn es „keine Entscheidung gibt und das Thema ausgesessen wird“.

Viele Schausteller sind schwer angeschlagen

Vor einem „Verordnungs-Vakuum“ warnt auch der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter , in der Sendung: „Wir brauchen klare Regelungen, aufgeschrieben und durch die Parlamente gegangen, wenn Nicht-Geimpfte nicht mehr reindürfen“, sagt Ritter in der Sendung mit Blick auf Volksfestbesuche.

Viele Schausteller seien schwer angeschlagen, hielten sich etwa mit Aushilfsjobs in Testzentren über Wasser. Konkurse in der Branche würden oft nicht erfasst, warnt Ritter vor einem leisen Sterben kleinerer Betriebe: „Die hören einfach auf und machen etwas anderes.“

Er appelliert an die Behörden, Volksfeste „bitte nicht jetzt schon abzusagen“. Die Verantwortlichen sollten angesichts fortschreitender Impferfolge „so lange wie möglich weiter planen“.

Eine sportliche Lebensweise der Versicherten „aktiv fördern“, das hat sich die Krankenkasse Viactiv auf die Fahne geschrieben. „Im Vordergrund steht die Prävention“, betont Viactiv-Vorstand Marcus M. Müller. Die Pandemie habe es „nicht leichter gemacht, Menschen zum Sport zu motivieren. Sein Unternehmen habe daher „Kursangebote in den digitalen Raum geholt“ und biete Kunden „individualisierte Motivation“ an. Auch ein Mentalcoaching mit Bayern-Torjäger und Fußball-Weltmeister Thomas Müller ist im Programm. So sei es der Krankenkasse gelungen, „trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Markt zu wachsen“. Das zeige: „Sport wird angenommen“, so Viactiv-Vorstand Müller.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes war von "harten Strafen" die Rede, die Professor Werner für Impfverweigerer fordert. Das sind wir übers Ziel hinausgeschossen. Das tut uns leid. Wir haben den Fehler korrigiert.