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Restauranttest

Wie gut schmeckt's im Herrmanns in Ravensburg?

Ravensburg  / Lesedauer: 3 min

Das Restaurant im Kaiserhof in Ravensburg ist diesmal Ziel unseres Restauranttesters. Wie er die zubereiteten Speisen bewertet und was er über das Ambiente zu berichten weiß.
Veröffentlicht:05.08.2023, 09:00

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Seit der Eröffnung des Cafés Herrmanns vor rund einem Jahr im Hotel Kaiserhof in Ravensburg hat es sich zu einem Treffpunkt für Einheimische und Auswärtige entwickelt. Und dafür gibt es gute Gründe, etwa die urbane Atmosphäre, geprägt von enorm hohen Decken mit echtem Stuck und wuchtigen Säulen.

Eine Rolle spielt sicher auch die elegante Bar, die in einem coolen Stilmix Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Im gediegen bestuhlten Bereich mischen sich Nussbaumparkett, Wände in Petrol und die poppige Präsenz überdimensionierter Bilder.

Spürbar motivierte Servicekräfte — in Schwarz gewandet — spiegeln den legeren Charakter des Hauses. Und was spiegelt die Speisekarte?

Eine junge Küche, die nicht prätentiös, wohl aber mit internationalem Flair den Appetit weckt. Chefkoch Kevin Leitern — der bereits andernorts einen Stern erkocht hat — leitet die Kulinarik im Herrmanns, bis dann im Oktober das Gourmetrestaurant Kaisersaal endlich öffnet, um nach den gastronomischen Sternen zu greifen. Bisher hat die Suche nach gutem Personal den Start verzögert.

Mediterran–asiatisch inspirierte Speisekarte

Aber um einen guten Happen zu sich zu nehmen, muss niemand bis zum Herbst warten. Denn im Herrmanns lohnt sich die Wahl von der mediterran–asiatisch inspirierten Karte schon jetzt.

Austern und Kaviar sind ebenfalls zu haben und unterstreichen die Ambitionen, eine internationale Duftmarke in der oberschwäbische Stadt zu setzen.

Als sehr gelungen darf sich die Gazpacho bezeichnen. Die kalte Gemüsesuppe verkuppelt unter anderem Tomaten mit einer fruchtigen Chili–Schärfe. Gurken und Croutons sorgen für Crunch.

Ein Stück vom Makrelenfilet bindet eine zarte Komponente ein. Das Vitello Tonnato offenbart rosa Scheiben vom Kalbsrücken. Die Vorspeise ist mit ihrer zitronig abgeschmeckten Thunfischcreme klassisch gehalten. Pfiffige Details: Sepia–Brotchips und rosa Bete.

Eine leichte Meeresbrise und etwas Exotik

Als Hauptgang brilliert bretonischer Seeteufel auf Risotto. Dazu versammeln sich Kohlrabi und Mini–Zucchini. Aromatisch umrahmt wird dieser duftige Teller von einem Tomatenschaum, der den Geschmack von Parmesan mitbringt. Ein wenig Spinat spielt einen farbigen Kontrast, gerösteter Quinoa sorgt für Knusper.

Seeteufel auf Risotto aus dem Ravensburger Herrmanns.
Seeteufel auf Risotto aus dem Ravensburger Herrmanns. (Foto: Nyffenegger)

Der Fisch steht köstlich im Saft und haucht eine Meeresbrise an den Gaumen. Die volle Kraft von Safran — in Geschmack und Farbe — veredelt den Reis. Das teure Gewürz ist dabei so reichlich im Einsatz, dass sein besonderer Charakter sehr präsent hervortritt.

Und zum Nachtisch? Ein bisschen Exotik. Mit Mango und einem Savarin — das ist ein getränkter kleiner Kranz aus Hefeteig. Nicht zu vergessen das Pina–Colada–Sorbet als Geschmacksbombe. Das Dessert schließt den Kreis einer unbeschwerten Gastro–Erfahrung, für die man bisher in größere Städte fahren musste.

Herrmanns im Kaiserhof:

Mauerstr. 17

88212 Ravensburg

Tel. 0751—362477520

www.kaiserhof–rv.de

Küche geöffnet Dienstag–Freitag ab 17 Uhr, samstags 11.30—14 Uhr und ab 17.30 Uhr. Hauptgerichte 25—38 Euro, Menü 54 Euro.