Zwangsprostitution: Angeklagte bestreiten Vorwürfe

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Statue der Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. (Foto: David Ebener/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

In einem Prozess wegen Zwangsprostitution einer Frau aus Berlin haben beide Angeklagte die Vorwürfe bestritten. Der 28-jährige Mann und seine 29-jährige Verlobte müssen sich seit Montag vor dem Landgericht München I verantworten, weil sie das Opfer zum Geschlechtsverkehr mit 100 bis 150 Freiern gezwungen haben sollen. Weitere Angaben zur Anklage verweigerten sie.

Angeklagte und Opfer stammen aus Afghanistan. Der Mann hatte das Opfer laut Anklage in einem Online-Chat kennengelernt und im November 2017 mit dem Eheversprechen nach München gelockt. Er habe die damals 26-Jährige damit unter Druck gesetzt, dass sie, nachdem sie mit ihm Sex gehabt hatte, keine Jungfrau mehr und darum von ihm abhängig war. In der Folge habe sie mit ihm und der Mitangeklagten in einer Wohnung leben und den Kontakt zu ihrer Familie abbrechen müssen.

Nach knapp einem Monat sei das Opfer über Internetportale zur Prostitution an Männer vermittelt worden, so die Anklage. Mehrmals hätten die mutmaßlichen Täter sie zudem in der Wohnung vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht. Zudem hätten sie Druck aufgebaut, indem sie damit drohten, ihre Prostitutionstätigkeit und den Verlust der Jungfräulichkeit an ihre Familie zu verraten. Im März 2018 wandte die Frau sich schließlich mithilfe eines Freiers an die Polizei.

Die Vorwürfe lauten auf Zwangsprostitution, Zuhälterei und Vergewaltigung. Für das Verfahren sind sieben Termine bis Ende Januar angesetzt. Im Laufe des Prozesses soll auch das Opfer aussagen.

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