Zimtschnecke mit Schlafmittel präpariert: Mann vor Gericht

Der Eingang zum Strafjustizzentrum des Landgerichts Nürnberg
Der Eingangsbereich zum Strafjustizzentrum des Landgerichts Nürnberg-Fürth vor Prozessbeginn. (Foto: Daniel Karmann / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Ein 39 Jahre alter Mann hat am Donnerstag zum Prozessauftakt am Landgericht Nürnberg-Fürth gestanden, seiner Ehefrau eine mit Schlafmittel präparierte Zimtschnecke untergeschoben zu haben. Er habe die von ihm getrennt lebende Frau jedoch nur für kurze Zeit „außer Gefecht setzen“ wollen, sagte der Angeklagte unter Tränen. Auf keinen Fall habe er die Absicht gehabt, jemanden zu töten. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage jedoch von versuchtem Mord aus.

Hintergrund ist ein Trennungsstreit, bei dem der kleine Sohn des Paares im Mittelpunkt stand. Er habe versucht, seine Umgangszeit mit dem Kind zu verlängern, indem er der Frau das Schlafmittel mit Hilfe der Füllung einer selbstgebackenen Zimtschnecke verabreichte, argumentierte der Angeklagte. Er selbst habe das Schlafmittel mehrmals eingenommen und keine negativen Wirkungen bei sich festgestellt.

Die Ehefrau überlebte den Biss in die präparierte Zimtschnecke im November vergangenen Jahres, musste aber mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. Sie litt an Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen und Verwirrtheit, wie aus der Anklage der Staatsanwaltschaft hervorgeht. Noch schlimmer traf es ihre Mutter, die zwei Tage später den Rest der Zimtschnecke aß. Sie musste auf der Intensivstation intubiert und künstlich beatmet werden.

Die beiden Opfer, die auch als Nebenklägerinnen auftreten, sollten am Nachmittag im Zeugenstand aussagen. Insgesamt ist der Prozess auf acht Verhandlungstage angesetzt.

© dpa-infocom, dpa:210610-99-936116/2

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

 Einer von etlichen Kellern, der in Sig’dorf ausgepumpt werden muss: der des Hotels Rosengarten.

Schweres Unwetter trifft auf Sigmaringendorf

Ein heftiger Starkregen geht am Montag gegen 20 Uhr über dem Kreis Sigmaringen nieder. Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz.

Besonders getroffen ist neben Bad Saulgau, Sigmaringen, Inzigkofen und Scheer die Gemeinde Sigmaringendorf. Rund die Hälfte der bis 21 Uhr gemeldeten Einsätze werden vor den Toren Sigmaringens gezählt.

Oberschenkelhoch sei das Wasser im Keller gestanden, erzählt ein Anwohner des Hüttenbergwegs. Von einem oberhalb des Wohngebiets gelegenen Hang schoss das Wasser in die Tiefe und den Hüttenbergweg ...

Corona-Impfung

Corona-Newsblog: RKI registriert 455 Neuinfektionen — Inzidenz bei 8,0

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 4.000 (499.515 Gesamt - ca. 485.400 Genesene - 10.170 Verstorbene) Todesfälle Baden-Württemberg: 10.170 Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 11,9 Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 24.200 (3.722.

In Lindau wird es wieder entspannter, vor allem die Testpflicht fällt nun wieder weg.

Ab Mittwoch wieder Lockerungen in Lindau

Lockerungen sind in Sicht: Seit fünf Tagen liegt Lindau stabil unter einem Inzidenzwert von 50. Ab Mittwoch sind viele Einschränkungen, die der plötzliche Anstieg der Infektionszahlen im Landkreis verursacht hat, wieder aufgehoben. Die Infektionskette bei den Asylbewerberheimen ist unter Kontrolle. Allerdings gibt es eine weitere Infektion mit der Delta-Variante.

Nachdem am Freitag bei zwei Personen aus derselben Familie die gefährliche Delta-Variante des Coronavirus aufgetaucht ist, sind laut Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen ...

Mehr Themen