Wirtschaft im Höhenflug: Angst vor Fachkräftemangel

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Deutsche Presse-Agentur

Angesichts der anhaltend guten Konjunktur wächst in der bayerischen Wirtschaft die Sorge vor Fachkräftemangel. Fast zwei Drittel der Betriebe (64 Prozent) sehen diesen als größtes Geschäftsrisiko - so viele wie nie zuvor. Das ergab eine Befragung des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter 3800 Unternehmen, die am Mittwoch in München vorgestellt wurde. Anfang 2017 hatten noch 50 Prozent der Firmen Engpässe bei der Personalsuche als größte Gefahr angegeben.

Fachkräftemangel sei die „Wachstumshürde Nummer eins“, sagte Peter Kammerer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern. Er forderte von der Politik unter anderem, die berufliche Bildung zu stärken.

Weil sie einen historischen Aufschwung erleben, wird der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern für Unternehmen immer drängender. Der Konjunkturindex des BIHK, der Aussagen etwa zu Lage und Erwartungen der Firmen bündelt, hat im Frühjahr kaum nachgegeben und zeigt das längste Stimmungshoch seit Beginn der Umfrage 1993 an. Demnach sind 57 Prozent der Unternehmen mit ihrer Lage zufrieden, nur eine kleine Minderheit (7 Prozent) fürchtet schlechtere Geschäfte. Daher will jeder dritter Betrieb mehr investieren und mehr als jeder fünfte neue Arbeitsplätze schaffen. Einen Jobabbau plant nur knapp ein Zehntel. „Ein Ende des Höhenflugs ist nicht in Sicht“, sagte Kammerer.

Zwischen den Branchen gibt es indes Unterschiede. Während der Boom am Bau ungebrochen ist, beurteilt die Industrie ihre Geschäfte etwas schlechter. Dort drückt die Angst vor einem Handelskrieg mit den USA auf die Stimmung. Als weitere Risiken sehen die Unternehmen allgemein zunehmende Bürokratie sowie hohe Steuern und Abgaben. Eine Abkühlung der Nachfrage fürchten sie hingegen kaum.

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