Widerstand: Ausweitung von Schutzgebiet für Münchner Wasser

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Wasserschutzgebiet
Ein Auto fährt über eine Straße an einem Wasserschutzgebiet Verkehrszeichen vorbei. (Foto: Harry Melchert/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Mit Diskussionen über juristische Fragen ist die Anhörung zu einer möglichen Ausweitung des Schutzgebiets für Münchner Trinkwasser fortgesetzt worden. Teilnehmern zufolge wurde am Mittwoch im Landratsamt Miesbach über mögliche Verfahrensfehler und prozessuale Fragen gestritten, etwa die Gewährung von Akteneinsicht.

Auch am dritten Tag der Erörterung waren bis Mittag erst vier der mehr als 70 Betroffenen mit Bedenken gehört worden. Voraussichtlich muss der Erörterungstermin, der ursprünglich am Mittwochabend enden sollte, deshalb in einem Monat fortgesetzt werden. Unter anderem die betroffenen Kommunen, darunter Valley und Miesbach, wurden noch nicht gehört.

Für Bauern, Anwohner und Gemeinden in der Gegend würde die Ausweitung des Wasserschutzgebiets Einschränkungen bedeuten, etwa beim Ausbringen von Gülle, bei der Beweidung oder bei der Bebauung. Manche Hauseigentümer fürchten, der Wert ihrer Immobilie könnte sinken. Ein Gewerbegebiet in Miesbach könnte nur auf einem Drittel der Fläche errichtet werden.

Das Münchner Wasser stammt zu 80 Prozent aus dem Mangfalltal, die Stadt hat hier Wasserrechte seit 1883. Zur Wassergewinnung sind zusätzliche Schutzzonen nötig. Nach dem Erörterungstermin wird das Landratsamt die Argumente abwägen und eine Entscheidung treffen. Kritiker hatten Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) vorgeworfen, er vertrete mehr Münchner als Miesbacher Interessen. Allerdings ist er als Landrat verantwortlich für die Ausweisung des Schutzgebiets und muss auch eine Ausweitung prüfen, die nach Ansicht von Fachbehörden nötig ist.

Landratsamt Miesbach zu Wasserrechten

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