Vom Webinar bis Pilates: Trends an Volkshochschulen

Lesedauer: 4 Min
Logo der Volkshochschule an einer Glasscheibe
Logo der Volkshochschule an einer Glasscheibe. (Foto: Angelika Warmuth/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Total digital sind sie noch nicht an den bayerischen Volkshochschulen (VHS). „Das ist nach wie vor ein Ort, an dem Kurse stattfinden“, betont Gisela Schenk, Pressesprecherin des Bayerischen Volkshochschulverbandes mit Sitz in München. Aber: „Digitale Angebote begleiten Präsenzangebote.“ Webinare gehörten dazu, Apps und digitale Unterstützung beim Sprachenlernen oder künstlerisches Gestalten im Internet. „Das wird gut angenommen und von den Teilnehmern auch angefordert“, sagte Schenk.

Auch die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit der Digitalisierung finde an Volkshochschulen statt. Im vergangenen Semester bot die VHS München etwa den Kurs „Digitales Erbe - rechtssichere Vorsorgelösungen“ an oder „Digitale Erschöpfung. Wie wir die Kontrolle über unser Leben wiedergewinnen“. Auch Themen wie Ebay, Google, Blogs und Website-Gestaltung wurden behandelt.

Als weiteren „Megatrend“ nennt Schenk die Gesundheitsbildung. „Es ist so, dass man sich zunehmend um seine Gesundheit selber kümmert, und wir haben ein großes und vielfältiges Angebot.“ Gesundheitsbildung sei das am meisten nachgefragte Thema an den bayerischen Volkshochschulen. Und auch innerhalb dieses Bereichs gibt es Schenk zufolge Trends, die kommen und gehen. Zumba etwa sei eine Zeit lang sehr gefragt gewesen - inzwischen aber nicht mehr ganz so hip. Pilates hingegen, hat Schenk beobachtet, „ist ein Trend, der sich festgesetzt hat“.

Das könnte auch daran liegen, dass der Großteil der VHS-Kunden weiblich ist. „Wir sind bestrebt, mehr Männer anzusprechen. Aber die VHS ist ein Frauenbetrieb“, bekennt Schenk - sowohl was die Teilnehmer als auch die Dozenten angehe.

Einen hohen Anteil am Angebot machen in Bayern weiter Kurse im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ aus. Bei den entsprechenden Fortbildungskursen für Dozenten dagegen ist der Markt nach Schenks Angaben gesättigt. An Teilnehmer mit Migrationshintergrund richten sich außerdem noch sogenannte Orientierungskurse, in denen unter anderem gesellschaftliche Zusammenhänge erläutert werden. Diese würden möglicherweise auch in den Ankerzentren angeboten, die am Mittwoch in Bayern starteten, sagt Schenk - auch wenn die VHS „nicht gerade begeistert von diesen Einrichtungen“ seien.

Laut Jahresbericht 2017 verzeichneten die bayerischen Volkshochschulen im Vergleich zum Vorjahr einen geringen Rückgang bei den Teilnehmerzahlen. 2,8 Millionen Teilnahmen gab an den VHS im Freistaat - mehr als 70 Prozent der Kursbesucher sind Frauen. Die mit Abstand meisten Mitgliedseinrichtungen des Verbandes - mit 41 Prozent - befinden sich in Oberbayern, danach folgen Schwaben mit 13 Prozent und Mittelfranken mit zwölf Prozent.

Ein gutes Drittel der angebotenen Veranstaltungen entfiel auf den Bereich Gesundheit, gefolgt von Sprachen mit 21 Prozent und Kultur mit 20 Prozent. Im Bezirk Oberbayern kümmert sich seit 2017 ein sogenannter Digicircle um Online-Angebote. Ähnliche Gremien gibt es ebenfalls seit 2017 in Ostbayern, auch Mittelfranken will sich anschließen.

Jahresbericht 2017 des Bayerischen Volkshochschulverbandes

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen