Vierte Sammelabschiebung von Afghanen

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Deutsche Presse-Agentur

Zum vierten Mal sind abgelehnte Asylbewerber von Deutschland nach Afghanistan abgeschoben worden - darunter auch drei aus Baden-Württemberg. Nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart handelte es sich bei ihnen um straffällig gewordene ledige Männer. Das Flugzeug mit insgesamt 15 Migranten an Bord erreichte Kabul aus München kommend am Dienstagmorgen um kurz vor 7.00 Uhr (Ortszeit). Seit Dezember sind nun insgesamt 92 Männer nach Afghanistan zurückgeflogen worden.

Es handele sich „ausnahmslos um alleinstehende Männer“, einige von ihnen seien in Deutschland straffällig geworden, hatte das bayerische Innenministerium am Montagabend mitgeteilt. Außer Bayern und Baden-Württemberg hatten sich an der Rückführungsaktion auch Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz beteiligt.

Die Abschiebungen sind umstritten, weil sich in Afghanistan der Konflikt zwischen Regierung und den radikalislamischen Taliban verschärft und es landesweit Gefechte und Anschläge gibt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dagegen am Montag, „die Bewertung der aktuellen Sicherheitslage“ durch Bundesinnenministerium und Auswärtiges Amt sei unverändert. Sie lasse Rückführungen in gesicherte afghanische Provinzen zu.

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