Videokonferenz: Hilfsorganisationen aktivieren Lagezentrum

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Deutsche Presse-Agentur

Um sich während der Corona-Krise gegenseitig zu unterstützen und abgestimmt reagieren zu können, haben mehrere bayerische Hilfsorganisationen das Gemeinsame Einsatz- und Lagezentrum (GELZ) aktiviert. „Das ist bei einem landesweiten Katastrophenfall, bei dem alle Hilfsorganisationen mit denselben Problemen zu kämpfen haben, nicht unüblich“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), am Dienstag. „Zuletzt wurde das GELZ 2015 beispielsweise während des G7-Gipfels genutzt“.

Konkret bedeute die Aktivierung des Zentrums laut Sprecher unter anderem, dass sich die Vertreter der beteiligten Hilfsorganisationen täglich vormittags zu einer Konferenz treffen. „Eigentlich sitzen sie dafür alle an einem Tisch - angesichts der Lage findet dieses Treffen nun virtuell per Videokonferenz statt“, sagte er. „Unter anderem tauschen sich dabei die Landesgeschäftsführer oder Spitzenvertreter der Verbände über die eigene Lage, ihren Mitarbeiterstand, mögliche Quarantänefälle sowie die Materialsituation aus, machen ein Lagemonitoring und treffen gemeinsame Entscheidungen, wie es weitergehen soll.“ Neben den täglichen Konferenzen stünden im GELZ die Organisationen praktisch rund um die Uhr auf Arbeitsebene ständig auf Zuruf in Kontakt.

Das derzeit größte Problem der Organisationen sind nach Angaben des Sprechers allerdings nicht die Einsätze, sondern das knappe Schutzmaterial: „Auf diesem Markt herrscht mittlerweile ein Hauen und Stechen. Versprochene und bereits bezahlte Lieferungen kommen nicht an und wenn wir Material bekommen, ist das oft 20 mal so teuer als früher. Hier versuchen wir uns gegenseitig zu unterstützen so gut es geht.“

Zu den beteiligten Hilfsorganisationen zählt neben dem BRK unter anderem auch die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst, das Technisches Hilfswerk und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Dem Freistaat boten die Hilfsorganisationen am Dienstag an, einen gemeinsamen ständigen Vertreter als „Fachberater“ in den Katastrophenschutzstab des Innenministeriums zu entsenden.

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