Triebwerksbauer MTU senkt Umsatzprognose

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Flugzeugtriebwerkshersteller MTU
Das Logo der MTU Maintenance. (Foto: Patrick Pleul / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Flaute im Luftverkehr und Rückstellungen für den laufenden Stellenabbau haben den Gewinn des Triebwerksbauers MTU im dritten Quartal einbrechen lassen. Wegen des Rückgangs im Geschäft mit neuen Triebwerken, Ersatzteilen und Wartung fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 908 Millionen Euro, der Gewinn fiel von 125 auf 16 Millionen Euro. Vorstandschef Reiner Winkler korrigierte die Jahresprognose am Donnerstag leicht nach unten.

„Wir gehen jetzt von einem Jahresumsatz zwischen 4 und 4,2 Milliarden Euro aus“, nach 4,6 Milliarden im Vorjahr, sagte Winkler in München. Davon sollen rund 10 Prozent als Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern übrig bleiben, wie schon in den ersten neun Monaten des Jahres. Von Januar bis September war der Betriebsgewinn im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 311 Millionen Euro gefallen.

„Wie erwartet waren die Einschnitte im Ersatzteilgeschäft und im zivilen Seriengeschäft in den ersten neun Monaten am deutlichsten“, erklärte der Vorstandschef. Das kleinere Militärgeschäft dagegen läuft recht stabil, hier rechnet MTU dieses Jahr sogar mit einem leichten Umsatzwachstum.

Der Auftragsbestand schrumpfte bis Ende September um eine Milliarde auf 18,8 Milliarden Euro. „Das ist ein noch immer hohes Niveau und sichert unsere Auslastung rein rechnerisch für mehr als vier Jahre ab“, sagte Finanzvorstand Peter Kameritsch. Stornierungen habe es keine gegeben.

Im Schnitt seien weiterhin 80 Prozent der MTU-Mitarbeiter einen Tag der Woche in Kurzarbeit, sagte Winkler. Die Zahl der Mitarbeiter sank bereits um 220 auf 10 440 Beschäftigte. Bis Ende nächsten Jahres will MTU seine Personalkapazität um 10 bis 15 Prozent zu reduzieren. Für den Stellenabbau stellte MTU im dritten Quartal 34 Millionen Euro zurück. Winkler erwartet, dass der Luftverkehr erst in vier Jahren wieder das Niveau von 2019 erreicht.

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