Tod durch Überholmanöver: Bewährungsstrafe für 22-Jährigen

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Nachdem eine Frau bei einem Überholmanöver tödlich verunglückt ist, hat das Amtsgericht Tettnang einen 22-Jährigen zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das teilte der Vorsitzende Richter Martin Hussels am Montag mit.

Am Silvestertag 2015 war der junge Mann auf der Bundesstraße 31 zwischen Friedrichshafen und Lindau unterwegs, als die Frau ihn mit ihrem Wagen überholen wollte. Nach Auffassung des Gerichts beschleunigte der Mann, der damals 20 Jahre alt war, vorsätzlich.

Die Autofahrerin stieß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen, da sie nicht mehr einscheren konnte. Sie starb - der Autofahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs wurde schwer verletzt. Eine Polizei stellte den nun Verurteilten etwas später nahe Memmingen.

Das Urteil gegen ihn lautet auf fahrlässige Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung, fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung sowie Verkehrsunfallflucht. Man habe dem Angeklagten aber nicht nachweisen können, dass er die Frau absichtlich in Gefahr habe bringen wollte, sagte Hussels. Deshalb sei das Gericht zwei Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft geblieben, die sich nach seinen Angaben für neun Monate auf Bewährung ausgesprochen hatte.

Die Verteidigung hatte das Urteil ins Ermessen des Gerichts gestellt, aber eine Anwendung des Jugendstrafrechts gefordert, weil der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat ein Heranwachsender war.

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