Tarifverträge: Mehr als jeder vierte befristet

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Deutsche Presse-Agentur

Mehr als jeder vierte Tarifbeschäftigte der bayerischen Staatsregierung hat nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Konkret traf dies zum Stichtag Ende Juni 2019 auf 49 067 der insgesamt 113 576 Beschäftigten zu. Dies entspricht einem Anteil von 43,2 Prozent, wie aus einer Antwort des Finanzministeriums auf Anfrage der SPD im bayerischen Landtag hervorgeht. Verglichen mit 2018 (Stichtag 31. Dezember) stieg der Anteil leicht - damals hatten 47 666 von 111 380 Mitarbeitern nur einen Zeitvertrag (42,8 Prozent).

Die meisten befristeten Beschäftigten stammten demnach aus den Ressorts Wissenschaft (60,3 Prozent), Kultus (49,8 Prozent) und Agrar (44,6 Prozent), also etwa Lehrer und Mitarbeiter an den staatlichen Hochschulen und Universitäten. Als Erklärung für die hohe Zahl an Befristungen nannte das Ministerium in der Antwort neben Projektarbeiten auch externe Faktoren wie die Vertretung von Beschäftigten in Mutterschutz oder aus anderen Gründen. „Befristungen haben somit in aller Regel einen sachlichen Grund“, heißt es.

„Wir können es uns nicht leisten, gut ausgebildete Kräfte teilweise mehrere Jahre von einer Befristung in die nächste zu schicken. Mit einem befristeten Arbeitsvertrag kann man keine Zukunft planen und sich auch nicht voll mit dem Arbeitgeber identifizieren“, sagte Arif Tasdelen (SPD). Dabei brauche insbesondere der öffentliche Dienst motivierte und gut qualifizierte Kräfte, die dem Gemeinwohl gerne „dienten“. Der Freistaat solle als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen und ein Sonderprogramm für Entfristungen auflegen.

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