Stellungnahme nach tödlichem Schuss auf Polizeischüler

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Deutsche Presse-Agentur

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Polizeischüler in einer Würzburger Kaserne hat die Staatsregierung Stellung genommen. Für Beamten der Bayerischen Bereitschaftspolizei wurde ein zusätzliches Waffentraining eingeführt, heißt es in der Antwort des Innenministeriums auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Paul Knoblach (Grüne). Dabei würden das Laden und Entladen sowie die Sicherheitsüberprüfung intensiv geschult. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

„Man hat demnach den tragischen Todesfall zum Anlass genommen, Dinge zu ändern, schafft es aber nicht, sich einzugestehen, dass diese Maßnahmen auch vorab schon erforderlich gewesen wären“, kritisierte Knoblach. „Es muss aus meiner Sicht dringend umfassend geklärt werden, ob die Staatsregierung eine Mitschuld am Tod des Polizeischülers trägt.“

Im Februar 2019 hatte ein 19-Jähriger nach eigener Aussage versehentlich mit seiner Waffe einen zwei Jahre älteren Polizei-Mitschüler erschossen. Die Waffe war von ihm nicht ordnungsgemäß entladen worden. Nach einer eintägigen Verhandlung im Juli vor dem Amtsgericht Würzburg wurde nicht abschließend geklärt, warum Kontrollmechanismen den Vorfall nicht verhindern konnten. Eine Expertengruppe der Bereitschaftspolizei hatte keine strukturellen Problemfelder in der Waffen- und Schießausbildung festgestellt.

Mittlerweile gebe es Aufkleber für die Waffenschließfächer, die daran erinnern sollen, dass die Pistolen richtig entladen sein müssen. Ein Führungsbeamter sei nun bei jedem Wachwechsel in der Würzburger Kaserne zur Beaufsichtigung beim Entladen anwesend, heißt es in der Stellungnahme. Im Juli erhielt der Schütze eine Jugendstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein.

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