SPD verlangt Lebensmittelüberprüfung wegen PFOA

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Deutsche Presse-Agentur

Nach der Neubewertung der Chemiekalienbelastung im Landkreis Altötting fordert die Landtags-SPD systematische und kostenlose Bluttests für alle Bewohner. Zudem müsse es eine regelmäßige Überprüfung von Lebensmitteln wie Milch geben, sagte der SPD-Verbraucherschützer Florian von Brunn am Donnerstag. Am Vortag war bekannt geworden, dass die in der Region gemessenen Blutwerte doch gesundheitliche Folgen haben können. In der Region war über frühere Industriebetriebe die Chemikalie Perfluoroctansäure (PFOA) ins Trinkwasser gelangt. PFOA steht im Verdacht, Krebs auszulösen.

Zuletzt seien Lebensmittel 2007 untersucht worden. „Der Stoff wurde zunächst im Trinkwasser nachgewiesen. Doch selbst bei Personen, die schon seit Jahren kein Wasser mehr aus dem Hahn trinken, sind die PFC-Konzentrationen im Körper zu hoch. Dafür muss es Ursachen geben“, sagte von Brunn. Bei 761 von 906 Menschen, die 2018 Blut abgegeben hatten, war ein neu veröffentlichter Human-Biomonitoring-Wert überschritten, wie Landratsamt und das Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilten. Von Brunn sprach von einer besorgniserregenden Neubewertung.

Bei der PFOA-Diskussion hatten diverse Werte eine Rolle gespielt, darunter der Trinkwasserleitwert, HBM-I-Wert, Arbeitsplatzwerte und eben der fehlende HBM-II-Wert. Nun veröffentlichte das Umweltbundesamt HBM-II-Werte unter anderem für PFOA. Sie betragen für die Allgemeinbevölkerung zehn Mikrogramm auf eine Liter Blut und für Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter fünf Mikrogramm.

Bei 84 Prozent der untersuchten Personen sei damit ein erhöhter HBM-II-Wert festgestellt worden, sagte von Brunn. Bei vielen wurde der HBM-II-Wert offenbar erheblich überschritten: Allein der Mittelwert lag bei den 906 Personen 20 Mikrogramm pro Liter Blut.

Studie Umweltbundesamt

Stadt Altötting

Mitteilung Landratsamt zu neuen Werten

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