Ralf Müller
Ralf Müller (Foto: oh)
Ralf Müller

Das bayerische Gymnasium hat wieder die Abmessungen wie vor 2003 und dauert neun Jahre. Die Einführung des achtjährigen Zuges erwies sich als teurer Umweg.

Es war eine politische, keine inhaltlich begründete Entscheidung. Die Länge der Schulzeit hat nach übereinstimmender Ansicht der Fachleute keinen Einfluss auf die Qualität dessen, was am Ende rauskommt. Viel entscheidender sind Lehrpläne, der Mut zur Lücke sowie pädagogisch kluge Lernkonzepte – und nicht zu vergessen die Qualität und Motivation der Lehrer.

Hätte man auf die Vorbereitung vor rund 15 Jahren ähnlich viel Zeit und Sorgfalt verwendet wie jetzt auf die Wiedereinführung, hätte das G 8 vielleicht eine Chance auf ein längeres Leben gehabt, aber es musste – ganz im Stil der Hauruck-Stoiber-Administration – hopplahopp gehen und hat deshalb für nicht enden wollende Verwerfungen gesorgt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Abiturnoten der G-8-Jahrgänge bis zur Grenze des Zulässigen „optimiert“ werden mussten, um kein Desaster eingestehen zu müssen.

Doch das ist alles Schnee von gestern. Der Steuerzahler steht auch für diesen kapitalen Fehler gerade. Befremdlich ist, mit welcher Chuzpe CSU-Bildungspolitiker, allen voran Bildungsminister Ludwig Spaenle, jetzt die Neuauflage des G 9 als großartige eigene Leistung verkaufen wollen.

politik@schwaebische.de

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