Seehofer: Konflikt über Asypolitik mit Merkel beendet

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Horst Seehofer (CSU)
Horst Seehofer (CSU). (Foto: Carsten Koall / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

CSU-Chef Horst Seehofer hält den Konflikt mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Asylpolitik für erledigt. „Wir schauen nach vorne“, sagte der Bundesinnnenminister der „Bild am Sonntag“. „Ich sage immer: Die Windschutzscheibe ist größer als der Rückspiegel. Daran haben wir uns beide immer gehalten.“

Um Entschuldigung gebeten hat Seehofer Merkel nicht. „Ich verstehe die Frage nicht. Wir hatten eine inhaltliche Auseinandersetzung. Aber es gab keinerlei persönliche Herabsetzung. Dann kann man sich auch nach einem Streit weiter in die Augen sehen“, sagte der CSU-Chef.

Seehofer hatte auf dem Höhepunkt des Streits seinen Rücktritt als Innenminister angedroht und Merkel schwere Vorwürfe gemacht. „Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist“, sagte er „Süddeutschen Zeitung“ kurz vor dem Spitzengespräch, bei dem CDU und CSU schließlich einen Kompromiss fanden.

Seehofer hatte zuvor gedroht, gegen den Willen der Kanzlerin die Zurückweisung von Migranten an der deutschen Grenze anzuordnen. Es galt als wahrscheinlich, dass Merkel ihn dann entlassen hätte.

In der „Bild am Sonntag“ versicherte Seehofer nun, er könne „selbstverständlich“ weiter vertrauensvoll mit Merkel zusammenarbeiten. „Das ist ja auch unsere Pflicht und Verantwortung gegenüber der Bevölkerung“, sagte er. „Niemand von uns hat den Fortbestand der Regierung in Frage gestellt - zu keinem Zeitpunkt. Wir haben um die Lösung einer Sachfrage gerungen und wir haben am Ende eine gute Lösung gefunden.“

Zu seiner Rücktrittsdrohung sagte Seehofer: „Das ist doch schon Geschichte. Dafür werden sich vielleicht irgendwann Historiker interessieren. Ganz generell: In meinem politischen Leben war Geradlinigkeit immer wichtiger als ein Amt.“

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