Schumacher löst BayernLB-Aufsichtsratschef Häusler ab

Lesedauer: 3 Min
BayernLB
Das Logo der Bayerischen Landesbank ist an der Zentrale zu sehen. (Foto: Andreas Gebert/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Gerd Häusler hat die an der Pleite vorbeigeschrammte BayernLB saniert und erfolgreich neu ausgerichtet - nach acht Jahren als Vorstands- und Aufsichtsratschef gibt der 66-Jährige den Stab jetzt weiter. Der Freistaat und die Sparkassen als Eigentümer der Landesbank wählten am Donnerstag den Immobilienbanker Wolf Schumacher zum neuen Aufsichtsratschef. Schumacher war nach Stationen bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, der HVB Real Estate und der DG HYP bis 2015 Chef der Wiesbadener Aareal Bank gewesen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dankte Häusler für seine „großartigen Verdienste um die Sanierung der Landesbank“, die dem bayerischen Steuerzahler viel Geld zurückgebracht habe. Die BayernLB war nach Fehlspekulationen und dem Fiasko mit der österreichischen Hypo Group Alpe Adria 2008 vom Freistaat gerettet worden, hat aber fünf Milliarden Euro Staatshilfe vorzeitig zurückbezahlt, das EU-Beihilfeverfahren beendet und schreibt inzwischen wieder Gewinn - auch im laufenden Jahr ist eine halbe Milliarde Euro das Ziel.

Häusler sagte: „Die Arbeit ist mit dem Abschluss der gelungenen Sanierung, die auch in der ersten Dividendenausschüttung nach 10 Jahren zum Ausdruck kommt, getan.“ Der frühere Bundesbank- und Dresdner-Bank-Vorstand war von 2010 bis 2013 Vorstandschef, anschließend Aufsichtsratschef der Landesbank. Finanzminister Albert Füracker sagte: „Ihm ist es ganz wesentlich zu verdanken, dass die BayernLB heute wieder gut und stabil aufgestellt ist.“

Zum Abschied empfahl Häusler mehr Konsolidierung im öffentlich-rechtlichen Finanzsektor. Eine Bausparkasse und drei Versicherer würden reichen. Außerdem kritisierte er die Gehälter: „In der Breite bekommen Banker zu viel bezahlt, in einer Branche, die seit Jahren ihre Kapitalkosten nicht mehr verdient und das vermutlich auch in den nächsten Jahren kaum tun wird“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Mittwoch).

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen