Rund ein Fünftel aller Kita-Kinder in der Notbetreuung

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Kindergarten
Kinderbekleidung und Stiefel sind in einer Kindertagesstätte zu sehen. (Foto: Friso Gentsch / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Rund ein Fünftel aller Kita-Kinder sind nach Angaben des Bayerischen Sozialministeriums derzeit in der Notbetreuung. „Es handelt sich dabei um Durchschnittswerte“, betonte das Ministerium am Mittwoch in München. Dies bedeute, dass die Zahlen in Einzelfällen erheblich höher sein könnten. Basis der Daten des Sozialministeriums mit Stand vom Montag sind die Rückmeldungen von 67 Prozent aller Kindertageseinrichtungen in Bayern.

Grundsätzlich gebe es große regionale Unterschiede, erläuterte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. So werde die Notbetreuung in Niederbayern von 13,9 Prozent der Kinder in Anspruch genommen, in Oberbayern von 23,3 Prozent. Der bayernweite Schnitt betrage 19,8 Prozent. Trautner ergänzte: „Die Nachfrage in den Städten ist größer als im ländlichen Raum.“

Die Ministerin betonte, die Notbetreuung sei das letzte Mittel „für die Eltern, die die Betreuung ihrer Kinder auf gar keine andere Weise sicherstellen können“. In den Grundschulen machen nach Angaben vom Dienstag neun Prozent der Kinder seit Wiederbeginn des Distanzunterrichts nach den Weihnachtsferien von der Notbetreuung Gebrauch. Bei den Förderschulen liege die Quote bei 14 Prozent.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte zu Wochenbeginn beklagt, dass in den Kitas oft Normalbetrieb herrsche. Die Gruppen seien sehr oft voll und wegen des Personalmangels sehr groß. Zudem bemängelte die GEW, dass die schwammige Formulierung zur Berechtigung der Notbetreuung dazu führe, dass Eltern keine Entschädigungshilfen in Anspruch nehmen könnten, wenn sie der Arbeit für die Kinderbetreuung fernblieben. Denn das Geld erhalte man nur, wenn es keine andere Möglichkeit gebe - was mit der grundsätzlich möglichen Notbetreuung jedoch der Fall sei.

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