Rom schickt neue Leitung ins Kloster Reutberg

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Kloster Reutberg
Das Kloster Reutberg ist hinter einem Hügel zu sehen. (Foto: Matthias Balk/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Auflösung des oberbayerischen Klosters Reutberg ist zunächst abgewendet. Die dortigen Franziskanerinnen begrüßten die neue Chance für ihren Konvent. „Mit großer Freude dürfen wir mitteilen, dass Gott unser vertrauensvolles Gebet und die vielfältigen Bemühungen um das Fortbestehen des Klosters Reutberg reich gesegnet hat“, teilten sie auf Anfrage mit.

Nun ernannte die vatikanische Ordenskongregation eine apostolische Kommissarin mit den Rechten und Pflichten einer Oberin für das Kloster. „Eine Neubelebung der Gemeinschaft ist damit wieder möglich geworden“, erläuterten die Franziskanerinnen.

2016 hatte die Kongregation das Erzbistum München und Freising noch angewiesen, die Auflösung der Gemeinschaft bei Sachsenkam (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) vorzubereiten. Dort wohnten zuletzt zwei Nonnen - ohne Oberin zu wenig für den Fortbestand.

Mehrere Medien hatten über die neue Entwicklung bereits berichtet. Jahrelang hatten sich Unterstützer der „Sachsenkamer Gruppe“ für den Erhalt des Klosters eingesetzt. Vertreter der Gruppe waren im Oktober mit über 12 000 Unterschriften und einem 100 Seiten starken Papier nach Rom gereist. „Wir freuen uns über die starke und unabhängige Entscheidung Roms, die dem Kloster Reutberg eine neue Zukunftsperspektive eröffnet“, sagte der Sprecher der Gruppe, Ulrich Rührmair.

Das Erzbistum nannte das Dekret eine „erstaunliche 180-Grad-Wendung“, es stehe in völligem Widerspruch zu dem, was bislang aus Rom verlangt worden sei, nämlich die Vorbereitung der Auflösung. „Es werden uns keine Gründe für diese Wendung genannt, für uns als Kirche vor Ort ist der römische Entscheidungsprozess nicht transparent nachvollziehbar. Wir sehen mit dem Dekret allein noch keine nachhaltige Entwicklungsperspektive für Reutberg als lebendigen Standort für ein Ordensleben gegeben.“

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