Rettung für seltene Tierart: 400 Jungmuscheln ausgesetzt

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Deutsche Presse-Agentur

400 seltene Muscheln sind am Donnerstag in der Kleinen Ohe, einem Nebenfluss der Donau, ausgesetzt worden. Die jungen Flussperlmuscheln wurden vom Landschaftspflegeverband Passau gezüchtet, um das Aussterben der Art zu verhindern. Ohne diese Unterstützung könne sich die Flussperlmuschel in Bayern nicht mehr selbst erhalten, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel.

Die Ursachen für das Verschwinden der Tierart sind nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) menschengemacht: Abwasser, Flussausbau und Pestizide. 2016 wurden zudem Tausende Flussperlmuscheln in Bayern gestohlen - die Polizei vermutete, dass die Täter auf der Suche nach Perlen waren. Allerdings erzeugt nur eine von 5000 Muscheln eine Perle, wie es beim BUND heißt.

Für die Gewässer ist die Muschel wichtig: Sie filtert das Wasser und trägt so zur Sauberkeit bei. Die Aufzucht ist langwierig. Mehrere Jahre zogen Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbands die 400 Muscheln auf, bevor sie ausgesetzt werden konnten. Wie viele Flussperlmuscheln es noch gibt, ist nicht bekannt. Das Bundesamt für Naturschutz schätzt, dass 90 Prozent von ihnen in Bayern leben.

Die Aktion in Fürstenstein ist Teil eines Projekts von Bundesbildungsministerium, Bundesumweltministerium und dem Bundesamt. Es soll auch den Bestand von Malermuscheln sichern. Bis 2021 sollen die Bestände in Niederbayern verdoppelt werden.

Pressemitteilung des Bundesamts für Naturschutz

Projekt Arkonavera

BUND Infos Flussperlmuschel

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