Radfahrer getötet - Drei Männer in Untersuchungshaft

Toter Radfahrer auf Radweg
Einsatzkräfte der Polizei sichern die Spuren am Tatort. (Foto: Merzbach / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach dem gewaltsamen Tod eines Radfahrers in Unterfranken sitzen drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Zwei Männern im Alter von 18 und 21 Jahren werde gemeinschaftlicher Mord, einem 20-Jährigen Beihilfe zum Totschlag vorgeworfen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Spaziergänger hatten am frühen Montagmorgen neben einem Radweg am Rand der unterfränkischen Kleinstadt die Leiche eines 26-Jährigen entdeckt. Zunächst war von zwei am Montag festgenommenen Männern die Rede gewesen, am Mittwoch informierte die Polizei über die Festnahme des 20-Jährigen. Auch er war demnach bereits am Montag festgenommen worden.

Es habe bereits Einlassungen von den Beschuldigten gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Darin seien Tatvorwürfe zum Teil eingeräumt worden. Weitere Details darüber, welcher der drei Männer was zugab, nannte er nicht. Ein volles Geständnis habe es nicht gegeben, sagte er.

Die Männer im Alter von 18 und 21 Jahren kommen nach Angaben der Ermittler aus dem sozialen Umfeld des Opfers, seien aber nicht verwandt mit dem 26-Jährigen. Unklar ist bisher, warum sie den Mann aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld getötet haben sollen. Auch der 20-Jährige wohnte demnach zuletzt in Bad Neustadt und stammte aus dem persönlichen Umfeld des Opfers. Es gebe keine Hinweise auf weitere Tatbeteiligte.

Die Obduktion in Würzburg ergab nach Angaben der Ermittler, dass der Mann durch einen spitzen Gegenstand tödliche Verletzungen erlitt. Eine rund 25-köpfige Ermittlungskommission nahm am Montag die Arbeit auf.

Eine Verbindung zu einem noch ungeklärten Mordfall in Bayreuth schlossen die Ermittler aus. „Nein, es besteht keinerlei Tatzusammenhang“, sagte ein Sprecher des mit dem Fall in Bad Neustadt betrauten Polizeipräsidiums Unterfranken. Der Fall wies Parallelen auf: In Bayreuth war im August 2020 ein 24-Jähriger mit seinem Fahrrad unterwegs gewesen, als er im Dunkeln mit einem Messer angegriffen und „mit absolutem Tötungswillen“ umgebracht wurde.

Selbstverständlich habe man einen Zusammenhang geprüft, sagte der Polizeisprecher. Man könne aber ausschließen, dass die nun Festgenommenen auch für den Fall in Bayreuth in Frage kämen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken bestätigte, dass eine Verbindung routinemäßig überprüft werde und die Bayreuther Soko „Radweg“ mit den Kollegen in Unterfranken im Austausch stehe.

© dpa-infocom, dpa:211124-99-125104/2

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