Prozess um Miesbacher Sparkassenaffäre geht in die Endrunde

Landgericht I und II in München
Blick auf das Gerichtsgebäude. (Foto: Matthias Balk / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der zweite Prozess um teure Geschenke und Spenden auf Kosten der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee vor dem Landgericht München II geht dem Ende zu. Ex-Vorstandschef Georg Bromme sowie der Ex-CSU-Landrat und frühere Aufsichtsratschef Jakob Kreidl sitzen erneut wegen Untreue auf der Anklagebank. Am Montag werden die Plädoyers erwartet; am Mittwoch könnte es ein Urteil geben, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag sagte. Kürzlich hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

Reisen in Fünf-Sterne-Hotels und Geburtstagspartys für jeweils fünfstellige Beträge, teure Weine und Geschenke auf Kosten der Bank - das sorgte vor einigen Jahren für Wirbel. Die meisten Vorwürfe sind juristisch aufgearbeitet. In einem ersten Prozess waren Bromme und Kreidl wegen Untreue zu Bewährungsstrafen von eineinhalb Jahren beziehungsweise elf Monaten Haft verurteilt worden. Bromme und die Staatsanwaltschaft hatten gegen das Urteil Revision eingelegt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte im vergangenen Jahr die Urteile des Landgerichts weitgehend. In einzelnen Punkten änderten die Karlsruher Richter aber die Entscheidung ab.

Deshalb geht es nun noch einmal unter anderem um Geschenke für Kreidls Büro und Weihnachtsgeschenke an Kollegen aus dem Verwaltungsrat und dem Vorstand - eine silberne Foto-Dose und teure Schreibutensilien sowie ein Montblanc-Füllhalter etwa landeten auf Kreidls Schreibtisch. Alles nicht für ihn privat, unterstrich Kreidl zum Prozessauftakt. Der Füller sei für den Eintrag ins Goldene Buch gedacht gewesen - etwa Kardinal Reinhard Marx habe ihn zu diesem Zweck in Händen gehabt.

Das Gericht musste sich auch mit Spenden Brommes - selbst passionierter Jäger - an einen Jagdverein in Tirol befassen. Der BGH war zu dem Schluss gekommen, dass etwa die Spende anlässlich des Naturschutzprojekts für Steinadler keinen unternehmerischen Zweck erkennen lasse.

Das Landgericht hatte schon 2019 einige Anklagepunkte fallengelassen. Anstatt eines von der Staatsanwaltschaft veranschlagten Gesamtschadens von 1,25 Millionen Euro ging es nur von rund 250.000 Euro aus.

Mitteilung

© dpa-infocom, dpa:220513-99-268175/2

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