Politik sollte mehr Mut wagen

Lesedauer: 2 Min
Mehr Mut wagen
Mehr Mut wagen
Ralf Müller

In Zukunft sollen die Eltern in Bayern bestimmen können, ob ihr Kind eingeschult wird, wenn sein sechster Geburtstag relativ nahe am Schulbeginn liegt – oder ob es noch ein Jahr „Spiel-Kind“ sein darf. Damit werden Anträge, in denen die Bürokratie über Härtefälle entscheiden muss, ersetzt.

Das hört sich nach einem guten Vorhaben an. Trotzdem schaffen es Parteien und Verbände, jede Menge Bedenken und Kritik an diesem Mini-Reförmchen vorzubringen. Ja, Reformen sind nötig, heißt es, aber wenn sich etwas bewegt, ist es „überstürzt“ oder „Aktionismus“.

Die Aufregung um den „Einstellungskorridor“ ist symptomatisch für die Art und Weise, mit der hierzulande Politik gemacht wird – oder eben nicht gemacht wird. Auf einen, der etwas verändern möchte, kommen zehn, die erklären, warum das jetzt auf keinen Fall das Richtige ist.

Wer etwas tut, kann Fehler machen. Dieses Schicksal erleidet nicht, wer gar nicht erst aktiv wird, dafür aber Dinge schlechtredet. Das gilt besonders für die Bildungs- und Schulpolitik in diesem Lande. Ein wenig mehr Mut statt Kleinmut könnte da nicht schaden. Sonst müssen wir uns über Reformstaus nicht wundern.

politik@schwaebische.de

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen