Plagiatsvorwürfe gegen Soziologin beim Bayerischen Buchpreis

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Deutsche Presse-Agentur

Gegen die für den Bayerischen Buchpreis nominierte Soziologin Cornelia Koppetsch sind Plagiatsvorwürfe erhoben worden. „Vor wenigen Tagen habe ich aus einer vertrauenswürdigen Quelle erfahren, dass es Vorwürfe gibt hinsichtlich der korrekten Zitierweise in diesem Buch“, sagte die Juryvorsitzende Sandra Kegel am Donnerstagabend bei der Verleihung des Bayerischen Buchpreises in München. Die Jury stellte das Buch „Die Gesellschaft des Zorns“ daraufhin zurück.

Auf Nachfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ räumte Koppetsch handwerkliche Fehler ein, bestand aber der Zeitung zufolge auf der Eigenständigkeit ihrer Arbeit. Koppetsch war am Freitag für die Deutsche Presse-Agentur zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Sie ist Professorin für Geschlechterverhältnisse, Bildung und Lebensführung an der Technischen Universität in Darmstadt.

Jurymitglied Knut Cordsen sagte bei der Preisverleihung: „Man stutzt, wenn Frau Koppetsch den Begriff Neogemeinschaften in ihrem Buch einführt, so als hätte sie ihn erfunden.“ Der Begriff stamme von Andreas Reckwitz, der 2017 den Bayerischen Buchpreis erhalten hatte. Koppetsch soll Cordsen zufolge ganze Satzperioden aus einem 2017 von Reckwitz veröffentlichten Aufsatz übernommen haben, ohne die Quelle anzugeben.

Preisträger des diesjährigen Bayerischen Buchpreises in der Kategorie Sachbuch wurde Jan-Werner Müller mit „Furcht und Freiheit. Für einen anderen Liberalismus“. Gewinner in der Belletristik ist David Wagner mit dem Roman „Der vergessliche Riese“. Beide Auszeichnungen sind mit einem Preisgeld von je 10 000 Euro verbunden. Der undotierte Ehrenpreis ging an den Schauspieler, Regisseur und Autor Joachim Meyerhoff, der seit dieser Spielzeit zum Ensemble der Schaubühne Berlin gehört.

Pressemitteilung Bayerischer Buchpreis

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