Ohne Panzer-Teststrecke 1650 Arbeitsplätze in Gefahr

Deutsche Presse-Agentur

Die IG Metall kämpft für den Erhalt der Teststrecke des Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) in München. Ohne die Teststrecke sei der gesamte Standort mit „1650 hochspezialisierten Arbeitsplätzen in Gefahr. Eine Verlagerung hätte auch auf zahlreiche Zulieferer negative Auswirkungen“, sagte die Geschäftsführerin der IG Metall München, Stefanie Krammer, am Freitag.

Für kommenden Dienstag rief die Gewerkschaft deshalb zu einer Kundgebung vor dem Panzerwerk auf. Dort wollen Betriebsratschef Ralf Bergschneider, KMW-Geschäftsführer Ralf Ketzel und der Münchner SPD-Fraktionschef Christian Müller sprechen.

Krauss Maffei Wegmann baut und wartet in München Leopard-Kampfpanzer und Boxer-Radpanzer. Vor der Auslieferung an die Bundeswehr und andere Kunden werden sie - schon seit 1964 - auf der Teststrecke im Münchner Nordwesten getestet. „Es liegt auf der Hand, dass Produktion und Teststrecke zusammengehören“, sagte Betriebsratschef Bergschneider. Wenn KMW Produktion, Forschung und Entwicklung verlagern müsse, wäre das für die Beschäftigten und ihre Familien eine Katastrophe.

Eine Initiative „Schule statt Panzer“ hat beim Verwaltungsgericht München Klage gegen die Teststrecke eingereicht. Sie sei baurechtlich nie genehmigt worden und somit illegal. Panzer hätten in München „generell nichts zu suchen“.

KMW-Geschäftsführer Ketzel sagte: „Seit fast 60 Jahren ist unsere Teststrecke grundlegender Bestandteil unseres Unternehmens hier am Standort in Allach. Die Arbeitsplätze hunderter Mitarbeiter sind unmittelbar mit der Teststrecke verbunden.“

KMW hat sich mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter zum Gemeinschaftsunternehmen KNDS zusammengetan. Deutschland und Frankreich haben 2020 vereinbart, unter deutscher Führung einen gemeinsamen Nachfolger für den deutschen Kampfpanzer Leopard 2 und den französischen Kampfpanzer Leclerc zu entwickeln.

© dpa-infocom, dpa:220114-99-710986/2

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