Oberammergau: Bisher keine Absage der Premiere

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Deutsche Presse-Agentur

Für die Oberammergauer Passionsspiele bleibt es vorerst bei der geplanten Premiere am 16. Mai. Gemeinderat und Spielleitung berieten am Montagabend die Lage angesichts des Coronavirus. Fazit laut Passionssprecher Frederik Mayet: „Wir wissen es nicht.“ Es gebe bisher nur eine behördliche Anordnung bis 19. April. Er schränkte zugleich ein: „Keiner weiß, was nächste Woche ist.“

Die Volksproben mit vielen Menschen auf der Bühne wie auch das Fotografieren für den Bildband mit vielen Beteiligten sind vorerst ausgesetzt. Im kleinen Kreis gehen die Proben der Hauptdarsteller aber weiter. Parallel dazu entwerfen die Verantwortlichen Ausweichszenarien, etwa ob die Premiere auf Juni oder Juli oder sogar auf ein anderes Jahr verschoben werden könnte. „Das sind alles Optionen, die wir in den nächsten Wochen prüfen müssen“, sagte Mayet.

Entstanden aus der Pestepidemie heraus könnte nun die Coronaepidemie die Passion verhindern. 1633 gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte. Der Legende nach geschah dies auch.

Bis 4. Oktober sind nach derzeitigem Stand rund 100 Vorstellungen geplant, knapp eine halbe Million Gäste aus aller Welt werden erwartet. 95 Prozent der Tickets sind verkauft.

Es gebe bisher einige wenige Stornierungen. Teils sagten Besucher ab, weil ihre Flüge gestrichen wurden, sagte Mayet. Die Gemeinde ist gegen einen möglichen Ausfall der Passion versichert. Die Vorbereitungen bisher kosteten laut Spielleitung etwa 15 Millionen Euro, versichert seien 25 Millionen Euro.

Passionsspiele Oberammergau 2020

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