Nürnbergs Oberbürgermeister lässt sich in Moschee impfen

Impfungen in den Stadtteilen Nürnbergs
Markus Söder (CSU, r) wird zusammen mit Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (l) begrüßt. (Foto: Daniel Vogl / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Um die Impfbereitschaft vor allem unter Migranten zu steigern, hat sich Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) am Freitag in einer Moschee gegen das Coronavirus impfen lassen. Im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erhielt er eine Dosis des Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson. Das Präparat ist von der Ständigen Impfkommission eigentlich nur für Personen über 60 Jahren empfohlen. König ist 40 Jahre alt.

Die Impfung war Teil eines Impftages in der Eyüp Sultan Moschee in Nürnberg. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der Türkisch Islamischen Union in Nordbayern, Hasan Aslan, ist der Impftag hervorragend angenommen worden. Innerhalb weniger Tage hätten sich 500 Menschen angemeldet.

„Wir stellen fest, dass die Sprachbarriere oftmals schon ein Hemmnis ist“, sagte König. Diese Barriere solle aufgelöst werden. „Wenn Aufklärung stattgefunden hat, wenn man das auch verstanden hat, dann ist auch die Impfbereitschaft viel größer.“

Der Impftag in der Moschee war der Beginn für sogenannete aufsuchende Impfungen in den Nürnberger Stadtteilen. Wie in anderen Großstädten gibt es auch in Nürnberg die Sorge, dass in Stadtteilen mit geringerem sozio-ökonomischem Niveau - dazu gehören etwa Bildung, Einkommen und Lebensverhältnisse - die Impfbereitschaft geringer sein und die Ausbreitung des Coronavirus dort begünstigt werden könnte.

„Wir haben es im Migrationsbereich gesehen, dass es da eine größere Zurückhaltung gegen das Impfen gibt“, sagte Söder. Ein Impftag wie am Freitag ein Nürnberg, der auch vom türkischen Generalkonsulat und von den türkischen Kulturvereinen mitgetragen wurde, sei ein gutes Signal, das zum Schutz aller beitrage.

© dpa-infocom, dpa:210611-99-951494/2

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