Nonne mit bösem Blick: Apotheke und Kirche streiten sich auf Postern

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Ralf Müller

Einen neuen Weg im Kampf gegen Leerstände von Mietobjekten hat die Inhaberin der Münchener „Kloster-Apotheke“ beschritten. Seit drei Jahren ärgert sie sich, dass sie genau gegenüber auf die verklebten Scheiben eines leerstehenden ehemaligen Fotogeschäfts sehen muss. Dass die katholische Kirche Eigentümerin des Gebäudes ist, konnte die Apothekerin schon gar nicht verstehen.

Sie stellte auf ihre Art freundlich, aber bestimmt an den Pranger. „Da drüben gibt es seit drei Jahren Leerstand“, beschwerte sich eine ärgerliche Nonne auf Postern in den Apotheken-Schaufenstern. Und sie ließ keinen Zweifel, wer schuld daran ist: „Liebe katholische Kirche – bitte sanieren und vermieten!“

Die Aktion zeigte Wirkung, zumal sich sowohl Apotheke wie leeres Ladenlokal in prominenter Lage am belebten Max-Weber-Platz unweit des bayerischen Landtags befinden. Die Kirche antwortete prompt – ebenfalls auf einem Poster: „Wir sind dran“, beteuerte eine Apothekerin, adressiert an die „Nachbarn gegenüber“. „Ab Frühjahr 2019 wird saniert, danach sofort vermietet.“ Der Disput der Poster fand damit ein versöhnliches Ende. „Liebe Kirche – vielen Dank für die prompte Antwort“, bedankt sich seither die Nonne aus der Apotheke.

Bleibt die Frage, warum die Kirche Flächen in guter Lage der Stadt mit den höchsten Mieten jahrelang leer stehen lässt. Eigentümer des Ladens ist die Eremitenanstalt der Erzdiözese München und Freising, deren Aufgabe es ist, den Ruhestand von Priestern sicherzustellen. Der Aufwand für die Sanierung des Objekts sei sehr hoch, hieß es. 

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