Neuer Atommüll für Grafenrheinfeld

Deutsche Presse-Agentur

Am Standort des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld in Unterfranken sollen demnächst vier Container mit schwach radioaktiven Abfällen aus Nordrhein-Westfalen ankommen. Dabei handelt es sich nach Angaben des Betreibers Preussen Elektra um Container aus dem Kernkraftwerk Würgassen, die in der Vorbereitung auf den weiteren Rückbau der Anlage in Zwischenlager gebracht werden.

Wann die Container in das geplante Endlager für weniger stark radioaktiven Abfall im Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter gebracht werden, steht nach Angaben einer Sprecherin des AKW Grafenrheinfeld vom Mittwoch noch nicht fest. Schacht Konrad soll nach bisherigen Plänen 2027 in Betrieb gehen.

Der Betreiber des Zwischenlagers in Grafenrheinfeld bei Schweinfurt, die Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), prüft laut Preussen Elektra derzeit die eingereichten Unterlagen. Wann der Transport der vier Container nach Unterfranken stattfinden soll, stehe noch nicht fest.

In Grafenrheinfeld gibt es zwei Zwischenlager. Die vorgesehene Betriebsdauer des Zwischenlagers für hoch radioaktive Abfälle, also AKW-Brennelemente, endet 2046. Das Lager ist derzeit nach Angaben der BGZ mit 54 Castor-Behältern belegt, 88 sind möglich. Ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll gibt es bisher nicht in Deutschland.

Die Container aus NRW sollen in das andere Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle kommen, das vergangenes Jahr in Betrieb genommen wurde - für dieses gibt es keine Begrenzung.

Das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld wurde 1981 in Betrieb und 2015 vom Netz genommen. Seit 2018 läuft dort der Rückbau.

Infos zu den Zwischenlagern in Grafenrheinfeld

© dpa-infocom, dpa:221123-99-630268/3

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