Neuer Anlauf für Verteidiger-Plädoyers im NSU-Prozess

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Das Strafjustizzentrum in München
Das Strafjustizzentrum in München. (Foto: Matthias Balk/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im NSU-Prozess will das Münchner Oberlandesgericht heute einen neuen Anlauf unternehmen, in die Plädoyers der Verteidigung einzusteigen. Beginnen sollen die Wunschverteidiger der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe, Hermann Borchert und Mathias Grasel. Ob es dazu kommt, ist allerdings offen. Denn zum einen hat der Mitangeklagte André E. am Dienstag einen neuen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl gestellt. Zum anderen hat E.'s neuer Anwalt Daniel Sprafke, der am Dienstag zum ersten Mal überhaupt im Prozess anwesend war, angekündigt, am Mittwoch mehrere weitere Anträge stellen zu wollen.

Diverse Befangenheitsanträge, juristische Streitereien und eine kurze Krankheit Zschäpes hatten den Beginn der Verteidiger-Plädoyers schon in den vergangenen Wochen immer weiter verzögert. Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet. Die Anklagebehörde fordert für Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Die heute 43-Jährige soll eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ gewesen sein und deshalb als Mittäterin bei sämtlichen Verbrechen der Gruppe bestraft werden. Dazu zählen zehn Morde, neun davon aus rassistischen Motiven.

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