Neue Loks für das Allgäu

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Züge mit Doppelstockwaggons verkehren im Allgäu bislang nur im Testverkehr – so wie hier nahe St. Alban bei Aitrang (Landkreis O (Foto: Stefan Schmid/DB)
Schwäbische Zeitung

Auf den Schienen im bayerischen Allgäu sollen demnächst neue Loks und Doppelstockwaggons rollen. Entsprechende Überlegungen der DB Regio Allgäu-Schwaben, dem zuständigen Regionalunternehmen der Deutschen Bahn, waren bereits früher bekannt geworden. Am Mittwoch sind die Planungen von der Geschäftsführerin Bärbel Fuchs bestätigt worden.

Auf den Allgäu-Strecken wird bisher mit Diesel gefahren. Weshalb es gegenwärtig konkret um Loks mit diesem Treibstoff geht. Sieben neue Exemplare will die DB Regio Allgäu-Schwaben anschaffen. Sie werden zusammen 28 Millionen Euro kosten.

Die neuen Loks stammen von Bombardier, einem weltweit operierenden Hersteller von Verkehrstechnik. Ihre Baureihennummer ist 245. Zur Ausrüstung gehören vier Dieselmotoren, von denen jeder einzelne nach Bedarf zu- oder abgeschaltet werden kann. Regionalgeschäftsführerin Fuchs erwartet deshalb, dass diese Loks weniger Treibstoff benötigen und leiser sind als ältere Modelle.

Notwendig wird die Anschaffung offenbar durch weitere Pläne. Die DB Regio Allgäu-Schwaben möchte Doppelstockwaggons kaufen. Den bisher benutzten Loks der Baureihe 218 fehlt aber nach Angaben von Fuchs die technische Möglichkeit, solche Wagen zu ziehen. Gut 30 Stück davon sollen aber in den Fuhrpark der Regionalbahn aufgenommen werden. Fuchs erklärt, dass die Doppelstockwaggons zur Modernisierung des Zugverkehrs nötig seien.

Bisher hat die DB Regio Allgäu-Schwaben noch sogenannte Silberlinge im Verkehr – Jahrzehnte alte Wägen, bei denen weder Technik noch Komfort den heutigen Ansprüchen genügen würden, wie es von Bahnseite heißt. Diese Waggons sollen aufs Abstellgleis. Bei den Neuanschaffungen legt Fuchs großen Wert darauf, dass sie mit Klimaanlagen versehen seien. Sie können zudem rund 30 Passagiere mehr aufnehmen als die alten Silberlinge. Wobei die Doppelstöcker gebraucht gekauft werden, um die Kosten in Grenzen zu halten. Die DB Regio Allgäu-Schwaben schreibt zwar nach eigenen Angaben schwarze Zahlen. „Eine goldene Nase verdienen wir uns aber nicht“, sagt Fuchs.

Insgesamt sieht die Regio-Chefin die Ausgaben als eine Investition in die Kundenfreundlichkeit. Sie berichtet, dass die Zufriedenheit der Passagiere mit der regionalen DB laut einer internen Markforschung zunähme. Sie läge jetzt bei 71 von 100 möglichen Punkten. Im DB-internen Wettbewerb ist dies ein Platz kurz unterhalb der Spitze. Wobei die Regionalbahn nach den von ihr vorgelegten Informationen im vergangen Jahr auch die Zahl ihrer Kunden steigern konnte – und zwar um 3,6 Prozent in Bezug auf 2012. Demnach transportierte die DB 2013 im Allgäuer Regionalverkehr täglich im Schnitt 34600Reisende. Auch dies ist ein Grund für die Aufrüstung des Regio-Fuhrparks.

Tunnel bei Oberstaufen hinderlich

Die neuen Loks werden bereits im Allgäu erprobt. Zusammen mit den Doppelstockwaggons sollen sie ab dem Fahrplanwechsel im Dezember in den regulären Betrieb gehen. Ob die neue Züge im ganzen südlichen Bereich des bayrischen Bezirkes Schwaben fahren werden, ist unsicher. Sie sollen in erster Linie die Strecken aus dem mittleren und östlichen Allgäu Richtung München bedienen. Vereinzelt sei auch ein Einsatz auf der Route Lindau-Memmingen-München möglich, glaubt Fuchs.

Wo zumindest die Doppelstockwaggons bis auf Weiteres nicht benutzt werden, ist die Strecke zwischen dem Bodensee und Kempten. Der Grund: der Tunnel bei Oberstaufen. Dort passen die höheren Waggons nicht durch. Voraussichtlich ab 2016 wird der 160 Jahre alte Tunnel jedoch ausgebaut.

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