Naturschutzverbände: Schutzprogramm für den Feuersalamander

Feuersalamander
Ein Feuersalamander kriecht über den Waldboden. (Foto: Boris Roessler / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der wegen eines Hautpilzes bedrohte Feuersalamander soll besser geschützt werden. Drei bayerische Naturschutzverbände starten nun ein Artenhilfsprojekt für diese Tierart. Das Umweltministerium stellt dafür 1,7 Millionen Euro bereit. „Angesichts des Klimawandels und anhaltender Trockenheit wird der Lebensraum des Feuersalamanders immer begrenzter“, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) laut Mitteilung in Weißenohe (Landkreis Forchheim).

Am Freitag stellten der Bund Naturschutz in Bayern, des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) und der Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern (LARS) die Initiative zur Rettung des Feuersalamanders vor. „Ein wesentliches Ziel des Projektes ist es, mehr über diese faszinierende Tierart herauszufinden“, betonte Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz.

Es soll bei dem Projekt aber nicht nur Wissen zusammengetragen werden, das für den Erhalt und Schutz der Art nötig ist, sondern es sollen auch ganz konkrete Schutzmaßnahmen getroffen werden - etwa die Renaturierung von Quellen und Bachoberläufen.

Bis August 2024 werden haupt- und ehrenamtliche Artenschützer in acht Schwerpunktgebieten Bayerns die Larven des Feuersalamanders zählen. So könne man einen Überblick gewinnen und Rückgänge im Bestand frühzeitig erkennen.

Christian Köbele, Vorsitzender des Landesverbands für Amphibien- und Reptilienschutz, sagte: „Das Projekt bietet uns die große Chance, die Entwicklung des Feuersalamanders in ganz Bayern über vier Jahre an ausgewählten Bachstrecken zu untersuchen, indem wir nach den Larven des Feuersalamanders suchen. Wir haben dieses Frühjahr bereits damit angefangen.“ Die Zählung helfe, schnell festzustellen, welche Auswirkungen der Pilz auf die Population hat.

Im Juni 2020 wurde erstmals bei einem Feuersalamander aus dem Steigerwald bei Ebrach (Landkreis Bamberg) eine Infektion bestätigt. Der Pilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans) wurde wahrscheinlich aus Asien eingeschleppt und war 2015 in Deutschland zum ersten Mal an einem freilebenden Tier nachgewiesen worden: in der Eifel an der belgischen Grenze. In den Niederlanden hat der Pilz den Feuersalamander fast ausgerottet, in Belgien ist die Population eingebrochen.

Der tödliche Hautpilz verursacht Löcher und Geschwülste und kann Salamander innerhalb weniger Tage töten. Auch Molche sind in Gefahr. Für den Menschen und andere Tiere ist der Pilz ungefährlich. Feuersalamander leben vor allem in Quellbereichen von Mittelgebirgsbächen sowie im alpinen Bereich.

© dpa-infocom, dpa:211015-99-603191/3

Rote Liste und Gesamtartenliste der Lurche Bayerns (pdf)

TU Braunschweig zu Bsal

Das könnte Sie auch interessieren

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen