Nach Unfall an Bahnübergang: Ausbau oder Abbau?

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Deutsche Presse-Agentur

Nach einem tödlichen Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in Oberbayern hat die Bahn ihr Bedauern geäußert. „Auch wir sind von dem tragischen Unfall sehr betroffen“, sagte ein Sprecher am Montag. Am Sonntag waren in Kochel am See ein 65-Jähriger und sein zwei Jahre alter Enkel gestorben, als sie mit einem Quad über einen Bahnübergang ohne Schranken fuhren. Sie prallten mit einem Zug zusammen. Lediglich ein Andreaskreuz wies sie auf möglicherweise heranfahrende Eisenbahnen hin.

Um solche Situationen zu ändern, gibt es dem Sprecher zufolge nur zwei Lösungen: Ausbau oder Abbau. „Der Abbau von unbeschrankten Bahnübergängen ist die beste Lösung.“ Dagegen sperrten sich in vielen Fällen aber Gemeinden, die bei der Veränderung von Bahnübergängen ebenfalls oft mitentscheiden dürfen. Sie möchten kurze Wege erhalten. Eine Nachrüstung mit Schranken oder Warnzeichen sei teuer. Und auch dann müsse man sich oft erst mit den Gemeinden einigen. „Die Bahn ist für mehr Sicherheit immer gesprächsbereit.“

In Bayern gibt es wegen der ländlichen Zersiedelung besonders viele Bahnübergänge, Ende 2017 waren es laut einer Mitteilung 3131. 1631 davon waren unbeschrankt. Von 2012 bis Ende 2017 wurden 59 Übergänge erneuert. 189 wurden während desselben Zeitraums abgebaut.

Die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen im Freistaat ist rückläufig. 2016 kam es laut Bahn zu 35 Zwischenfällen. Sechs Menschen starben dabei. 2015 waren es 51 Kollisionen, 2012 noch 57.

Am Bahnübergang in Kochel am See habe es in den vergangenen 25 Jahren vier Unfälle gegeben, sagte Anton Streidl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ried, die zu dem Einsatz am Sonntag alarmiert worden war. 2015 war ein Landwirt mit seinem Traktor mit einem heranfahrenden Zug kollidiert. Dabei wurde er schwer verletzt.

Der Unfall am Sonntag war der erste an dem Bahnübergang, bei dem Menschen starben. Laut einem Polizeisprecher ist noch nicht abschließend geklärt, ob der Senior den Zug möglicherweise übersehen hatte. Von einem Sachverständigen, der Auswertung der Zugdaten und dem Lokführer erwarten sich die Ermittler genauere Erkenntnisse.

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