Nach Sensationsfund „Udo“: Gemeinde will Fundstätte sichern

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Deutsche Presse-Agentur

Nach dem Fund einer bislang unbekannten Primatenart im Allgäu möchte die Gemeinde Pforzen die Fundstätte nachhaltig sichern. „Dafür braucht es einen runden Tisch mit dem Landratsamt und Privatbesitzern der Grube“, sagte der zweite Bürgermeister der Gemeinde, Josef Freuding (parteilos), am Donnerstag. Die Grube bei Pforzen (Landkreis Ostallgäu) gehört einem Bauunternehmen, das dort Ton abbaut. Erste Sondierungsgespräche mit der Firma habe es schon gegeben.

Denkbar sei ein kleines Dokumentationszentrum, sagte Freuding. „Wir wollen einen Weg finden, die Fundstelle langfristig zu sichern und den Abbau weiterzuführen.“ Die rund 2300-Einwohner-Gemeinde war von der Gesamtdimension des Fundes überrascht. „Bei uns hat die Nachricht wie eine Bombe eingeschlagen.“ Es sei nun Aufgabe der gesamten Region das geschichtsträchtige Erbe zu erhalten.

In einem Bachlauf der Tongrube „Hammerschmiede“ im Ostallgäu wurden versteinerte Fossilien entdeckt, die von dem ersten aufrecht gehenden Vorfahren des Menschen stammen sollen. Nach den Erkenntnissen eines internationalen Forscherteams habe der sogenannte Danuvius guggenmosi vor fast zwölf Millionen Jahren gelebt.

Bislang sind die ältesten Belege für den aufrechten Gang rund sechs Millionen Jahre alt und stammen von der Insel Kreta und aus Kenia. Für die Forscher sei dies eine „Sternstunde“ der Paläoanthropologie. Das Team taufte ein Fossil auf den Beinamen „Udo“, da der Unterkiefer des Primaten am 70. Geburtstag von Udo Lindenberg gefunden wurde.

Pressemitteilung Universität Tübingen

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