Mutter soll Tochter mit Kissen erstickt haben

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Das Land- und Amtsgericht in Kempten
Das Land- und Amtsgericht in Kempten. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Prozess gegen eine Mutter wegen des mutmaßlichen Totschlags an ihrer neunjährigen Tochter hat das Landgericht Kempten die Verhandlung vertagt. Für die Strafkammer komme auch eine Verurteilung wegen Mordes aus Heimtücke in Betracht, sagte der Richter am Mittwoch am Landgericht Kempten. Die Verteidigerin der Angeklagten beantragte daraufhin, die Verhandlung auszusetzen, da sie sich wegen der veränderten Sachlage nicht genügend vorbereitet sah. Die Beschuldigte stimmte einem neuerlichen Gutachten zu, bevor die Verhandlung fortgesetzt wird. Ein neuer Termin war zunächst nicht bekannt.

Die 50-jährige Angeklagte soll im September 2016 in Lindau am Bodensee ihre Tochter im Schlaf mit einem Kissen erstickt haben. Zwei Monate zuvor hatte sich der Partner der Mutter selbst getötet. Die Frau entwickelte aufgrund einer Depression Suizidgedanken und war der Überzeugung, die Tochter würde ihren Tod nicht verkraften, wie es bei einem Prozess 2018 hieß. Die Mutter überlebte ihren Suizidversuch jedoch.

Die Erste Strafkammer des Landgerichts Kempten hatte sie 2018 wegen ihrer psychischen Erkrankung vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen. Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch auf, weshalb der Fall vor Zweiten Strafkammer des Kemptener Landgerichts neu verhandelt wird.

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