Mutmaßlicher Prostituierten-Mörder vor Gericht

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Ein Fahndungsaufruf in verschiedenen Sprachen an einer Glastür
Zwei Polizisten kleben einen Fahndungsaufruf in verschiedenen Sprachen an eine Tür. (Foto: Nicolas Armer/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Fast genau ein Jahr nach den Morden an zwei Prostituierten beginnt in Nürnberg am Dienstag (22. Mai) der Prozess gegen einen 22-Jährigen. Der Mann soll laut Anklage im Mai 2017 erst eine 22-jährige rumänische Sexarbeiterin ermordet haben und Anfang Juni eine 44-jährige Chinesin. Er war als Freier aufgetreten und wurde deshalb in die Wohnungen gelassen. Für das Verfahren vor dem Landgericht sind 15 Verhandlungstage angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord in zwei Fällen, jeweils mit Raub und mit Todesfolge sowie besonders schwere Brandstiftung vor. Außerdem legt sie dem Nürnberger vier Betrugsfälle zur Last.

Die beiden Frauen waren erdrosselt und gefesselt gefunden worden. Das erste Opfer wurde mit Mullbinden gefesselt, das zweite mit einem Wäschestück. Um seine Spuren zu vernichten, soll der 22-Jährige die Betten der Frauen angezündet haben. Aus der Wohnung der jungen Rumänin ließ er laut den Ermittlungen 50 Euro und ein Handy mitgehen, dem zweiten Opfer stahl er demnach 1020 Euro.

Weil sich die beiden Fälle glichen, waren die Ermittler von einem Zusammenhang ausgegangen. Eine 30-köpfige Sonderkommission - die Soko „Himmel“ - war für die Aufklärung der Morde zuständig.

Rund zwei Wochen nach dem ersten Fall war der Angeklagte in der Nürnberger Innenstadt festgenommen worden. Verbindungsdaten auf dem Mobiltelefon der Chinesin hatten die Ermittler zu ihm geführt. Er hatte beide Prostituierte über dieselbe Internetseite kontaktiert.

Als Motive für die Morde geht die Staatsanwaltschaft von Habgier und Heimtücke aus. Der Mann sei zu den Prostituierten gegangen, um sie zu töten und auszurauben. Der Angeklagte hatte die Taten bei Vernehmungen gestanden und Streit um die Bezahlung der Frauen als Motiv angegeben. Mit beiden hatte er den Ermittlern zufolge Sex.

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