Mehrere Dutzend Digitalfunkgeräte der Polizei verschwunden

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Digitalfunkgerät
Eine Polizeibeamtin hält ein Digitalfunkgerät vor ein Polizeiauto. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Immerhin keine einzige Dienstwaffe - doch mehrere Dutzend Digitalfunkgeräte der bayerischen Polizei sind verschwunden und nie mehr aufgetaucht. 28 000 dieser Hightech-Geräte mit besonderer Funktechnik hat die Polizei im Gebrauch, 66 sind seit der flächendeckenden Einführung 2015 abhandengekommen, wie das bayerische Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte. Rund 500 Euro kostet ein einzelnes Gerät.

Sollten verloren gegangene Funkgeräte in falsche Hände geraten, könne ein Missbrauch aber ausgeschlossen werden, heißt es im Ministerium weiter. „Diese Geräte wurden unmittelbar nach der Meldung über das Abhandenkommen für die Teilnahme am Digitalfunk der Polizei und sonstigen Sicherheitsbehörden gesperrt“, erklärte Behördensprecher Michael Siefener.

Nicht ohne Stolz verwies er darauf, dass bei der Polizei seit 2015 keine Dienstwaffe abhandengekommen sei. „Der sichere Umgang mit Waffen hat einen hohen Stellenwert bei der bayerischen Polizei“, so Siefener. Die Beamten würden laufend im sicheren Umgang mit ihrer Dienstpistole geschult.

Jeder Polizist erhalte eine Vielzahl von Ausrüstungsgegenständen, für die er persönlich verantwortlich sei. Die schusssichere Weste, Handfesseln, Schlagstock und die Dienstwaffe samt Munition gehörten für die Beamten im Einsatz dazu. Die meisten dieser Gegenstände seien mit Individualnummern gekennzeichnet. Besonders sicherheitsrelevante Gegenstände wie Waffen oder Digitalfunkgeräte werden bayernweit erfasst, wie Siefener erklärte.

Bei Gerätschaften ohne persönliche Zuweisung werde der Verbleib etwa durch Übergabe- und Übernahmenachweise oder Überprüfungen durch Vorgesetzte sichergestellt. Wie viele Handschellen bei der Polizei verschwunden sind, weiß das Ministerium indessen nicht. Denn für deren Verbleib seien die jeweiligen Polizeiverbände verantwortlich. Bei der Polizei in Bayern sind derzeit über 40 000 Frauen und Männer beschäftigt, mehr als 33 000 von ihnen tragen Waffen.

Bei einem Einsatz der Leipziger Polizei verschwand vor drei Jahren eine Maschinenpistole. Sie wurde an einer Tankstelle vergessen, bis heute fehlt jede Spur von der Waffe. Obwohl ein Großaufgebot an Polizisten mit Sprengstoffhunden nach der Maschinenpistole vom Typ Heckler & Koch MP5 suchte, blieb sie verschollen. Selbst eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise auf den Verbleib der Waffe half nichts. Lediglich das Magazin der scharfen Maschinenpistole wurde gefunden und abgegeben.

Polizei in Bayern

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