Mehr Sozialwohnungen in Bayern

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Neubaublock
Die Fassade eines Neubaublocks. (Foto: Jens Kalaene/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Gegen den bundesweiten Trend ist die Zahl günstiger Sozialwohnungen in Bayern leicht gestiegen. Ende vergangenen Jahres gab es insgesamt 136 904 vom Staat geförderte Wohnungen im Freistaat, das waren 1285 mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus einer Antwort des Bundesbauministeriums auf eine Bundestags-Anfrage der Linken hervor. In allen anderen Bundesländern mit Ausnahme Sachsens dagegen schrumpfte die Zahl der Sozialwohnungen weiter.

In der Zahl erfasst sind nur geförderte Mietwohnungen, wie eine Sprecherin des bayerischen Bauministeriums erläuterte. Daneben fördert die Staatsregierung auch Bau und Kauf von Eigenheimen und Eigentumswohnungen. Diese sogenannten Eigenwohnungen werden von der Landesbodenkreditanstalt aber nicht separat gezählt.

Was die Zahl der Sozialwohnungen zur Miete betrifft, zeigt der langjährige Trend auch in Bayern nach unten. Mitte der 1980er Jahre gab es allein in München noch 105 000 Sozialwohnungen. Inzwischen sind es weniger als halb so viele, die Wartelisten sind in der Landeshauptstadt ebenso wie in anderen Großstädten sehr lang.

Grund des langjährigen Negativtrends ist, dass über Jahrzehnte sehr wenige neue Sozialwohnungen gebaut wurden, zugleich aber die Bindungsfristen für alte Sozialwohnungen schrittweise auslaufen. Die Staatsregierung hat mittlerweile aber den Wohnungsbau zu einer ihrer Prioritäten erklärt. „Die Zahlen bestätigen, dass wir in Bayern den richtigen Weg eingeschlagen haben und im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern gute Arbeit leisten“, sagte Bauminister Hans Reichhart (CSU). In diesem und im kommenden Jahr hat die Staatsregierung nach Reichharts Angaben 1,7 Milliarden Euro für die Wohnraumförderung eingeplant.

Die kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen allerdings blicken sorgenvoll in die Zukunft. Der positive Trend sei fragil, sagte Hans Maier, der Direktor des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW). Der Bau geförderter Wohnungen sei für Investoren wegen der Zinssenkungen auf dem Kapitalmarkt derzeit nicht mehr attraktiv. Der Grund: Die Zinsen sind für den Bau frei finanzierter Wohnungen auf einem Tiefstand, gleichzeitig bringt der freie Wohnungsbau höhere Mieteinnahmen. „Hinzu kommen die hohen Bau- und Grundstückskosten für sozial orientierte Träger“, sagte Maier. Deswegen fordert der Verband von der Staatsregierung eine Erhöhung ihres Wohnraum-Zuschusses von derzeit 300 auf 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

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