Mädchen zum Sex angeboten: Prozess gegen Mutter und Freund

Paragrafen-Symbole
Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. (Foto: Oliver Berg / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Ein Mädchen aus Unterfranken soll vom Freund seiner Mutter anderen Männern zum Sex angeboten worden sein: Nun müssen sich die Frau und ihr 49 Jahre alter Lebensgefährte wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten. Der Prozess soll am 26. April beginnen, sechs Verhandlungstage sind nach Gerichtsangaben vom Montag geplant.

Die Mutter des Kindes soll von den Übergriffen ihres Partners gewusst und diese toleriert haben. Die 39-Jährige sitzt wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch Unterlassen in Untersuchungshaft. Ihr Freund ist unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs in Dutzenden Fällen sowie der Anstiftung zum Kindesmissbrauch angeklagt. Der 49-Jährige ist laut Staatsanwaltschaft „im Wesentlichen geständig“.

Das Mädchen soll neun Jahre alt gewesen sein, als der Lebensgefährte anfing, es sexuell zu missbrauchen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um eine Vielzahl von Übergriffen von Ende 2018 bis Juli 2020 vorwiegend in einer Wohnung. Teilweise wurden davon Bilder und Videos angefertigt.

Die Ermittlungen kamen durch einen Lastwagenfahrer ins Rollen, dem der angeklagte 49-Jährige im vergangenen Juli auf einem Parkplatz an der Autobahn 70 sexuelle Dienstleistungen von der Minderjährigen angeboten haben soll - gegen Geld. Ein Unbekannter hatte zuvor nach Erkenntnis der Ermittler das Angebot angenommen.

In mindestens zwei Fällen soll der Lebensgefährte das Kind einem 50-Jährigen, der ebenfalls aus der Region stammt, für sexuelle Handlungen überlassen haben. Auch dieser Mann ist angeklagt - das Landgericht muss aber noch über die Zulassung dieser Anklage entscheiden. Er war im September 2020 festgenommen worden und sitzt seither wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Schriften und Kindesmissbrauchs in zwei Fällen in Untersuchungshaft.

© dpa-infocom, dpa:210222-99-543748/2

Pressemitteilung Polizei Unterfranken vom 16.12.

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