Müllsünder sollen bis zu 250 Euro zahlen - für eine weggeworfene Kippe

Lesedauer: 4 Min
 Achtlos zurückgelassene Einweg-Kaffeebecher und Plastikschalen
Achtlos zurückgelassene Einweg-Kaffeebecher und Plastikschalen sind in vielen Städten ein Ärgernis. (Foto: dpa)
Ralf Müller

Die SPD im bayerischen Landtag versucht sich als Saubermann. Der Fraktionsvize und kommunalpolitische Sprecher Klaus Adelt fordert drastisch höhere Bußgelder für weggeworfene Zigarettenkippen, Essensverpackungen und Plastikmüll aller Art. So soll eine weggeschnippste Zigarettenkippe in Bayern mit künftig bis zu 250 Euro geahndet werden können.

Vielerorts sei achtlos weggeworfener Abfall inzwischen ein großes Problem, so Adelt. Kommunen müssten schärfer gegen Müllsünder vorgehen können. Über die Höhe der Bußgelder entscheiden die Städte und Gemeinden selbst, den Rahmen gibt aber der jeweilige Bußgeldkatalog des Landes vor. Und der ist im Falle Bayerns nach Auffassung des SPD-Politikers zu eng. Nach dem Vorbild Baden-Württembergs müsse auch in Bayern ein entsprechendes Verhalten mit Bußgeldern von bis zu 250Euro geahndet werden können. Adelt: „Wer seinen Müll achtlos in die Gegend wirft, sollte eine Geldstrafe bekommen, die gescheit wehtut.“

Nach Recherchen des FTI Reiseblogs kann die Landeshauptstadt München die höchsten Bußgelder in solchen Fällen verhängen, nämlich bis zu 55 Euro. In Nürnberg gelten 15bis 35 Euro. Doch das ist rein theoretisch. In der Regel ist die Gefahr gering, beim Fallenlassen einer Kippe oder Zurücklassen von Resten eines Picknicks an der Isar von einem kommunalen Ordnungshüter zur Kasse gebeten zu werden.

Dennoch glaubt man vielerorts, auch mit der Höhe des drohenden Bußgelds abschrecken zu können. In Duisburg sind in solchen Fällen bis zu 300 Euro, in Hamburg sogar 350 Euro möglich.

Bisher ist es allerdings keiner deutschen Großstadt gelungen, auf diese Weise den Sauberkeitsgrad des Stadtstaats Singapur auch nur annähernd zu erreichen. Dort kostet das Wegwerfen einer Zigarettenkippe umgerechnet mindestens 324Euro. Auch die Verurteilung zu zwangsweisen Säuberungsarbeiten bis hin zu Stockhieben ist in der südostasiatischen Metropole möglich.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen