Liberale lehnen staatlichen Zugriff auf seltene Funde ab

Lesedauer: 2 Min
Das Foto zeigt einen versteinerten Raubdinosaurier in einer Kalkplatte bei Kelheim. Das europaweit am besten erhaltene Saurier-F
Das Foto zeigt einen versteinerten Raubdinosaurier in einer Kalkplatte bei Kelheim. Das europaweit am besten erhaltene Saurier-F (Foto: dpa)

Wer einen archäologischen Schatz findet oder Grund besitzt, in dem ein solcher gefunden wird, sollte ihn behalten dürfen. Mit dieser Forderung sprachen sich die kulturpolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktionen bei ihrem Treffen am Samstag in München gegen sogenannte „Schatzregal-Regelungen“ aus, die in den meisten Denkmalschutzgesetzen der Bundesländer festgeschrieben seien. Demnach habe der Staat das Recht, seltene Bodenfunde einzuziehen.

„Eine solche Enteignung sowohl der Finder als auch der Eigentümer des Grundes, auf dem der Schatz gefunden wird, lehne ich ab“, teilte die kulturpolitische Sprecherin der bayerischen FDP-Fraktion, Julika Sandt, im Anschluss mit. „Wer Funde meldet, darf nicht bestraft werden“. Es sei dagegen gerade wichtig, Findern und Eigentümern Anreize zu bieten, „damit sie ihre Meldepflicht erfüllen“. Allerdings brachte Sandt für seltene archäologische Funde ein „Vorkaufsrecht des Staates zu einem angemessenen Preis“ ins Gespräch.

Der kulturpolitische Sprecher der liberalen Bundestagsfraktion und Vorsitzende der Konferenz, Reiner Deutschmann, berichtete von Erfahrungen, wonach „Schatzregale“ oft dazu verleiteten, Funde zu verheimlichen: „In Rheinland-Pfalz waren sechs Jahre nach Einführung des Schatzregals nur noch zwei Prozent aller bekanntgewordenen Funde auf Fundmeldungen zurückzuführen – 98 Prozent hingegen auf Recherchen des Landesdenkmalamtes“, nannte er ein Beispiel.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen