Langjähriger DGB-Chef Fritz Schösser mit 71 Jahren gestorben

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Fritz Schösser
Der Vorsitzende des bayerischen Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Fritz Schösser, spricht in München. (Foto: Andreas Gebert/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
lby

Der langjährige Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Bayern, Fritz Schösser, ist tot. Der SPD-Politiker starb am Dienstag unerwartet im Alter von 71 Jahren in München, wie der bayerische DGB-Chef Matthias Jena am Mittwoch mitteilte. „Mit ihm verlieren wir eine unermüdliche und laute Stimme für Solidarität und soziale Gerechtigkeit“, sagte Jena. Und auch die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen würdigte Schösser als „einen großen Kämpfer für die soziale Gerechtigkeit in unseren Reihen“.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: „Der Tod von Fritz Schösser berührt alle, die ihn gekannt und seinen engagierten Einsatz für Andere miterlebt haben.“ Schösser sei es ein Herzensanliegen gewesen, „dass alle Menschen vom wirtschaftlichen Erfolg Bayerns profitieren und dass es fair zugeht - in den Betrieben und in unserer Gesellschaft insgesamt“. Dies habe der SPD-Politiker auch als Parlamentarier energisch vertreten. Söder betonte: „Er war eine prägende Persönlichkeit, ein Mensch, der für seine Ideale kämpft, durch und durch ein glühender Demokrat. Der Freistaat Bayern trauert um Fritz Schösser. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.“

Schösser stand 20 Jahre lang an der Spitze des DGB Bayern, bis er sein Amt 2010 abgab. Von 1992 bis 1994 war der gelernte Industriekaufmann Mitglied des damaligen Bayerischen Senats, von 1994 bis 1998 saß er für die SPD im Landtag und von 1998 bis 2005 im Bundestag. Als Vertreter der Versicherten war er mehr als 20 Jahre in Spitzenorganisationen von Krankenkassen aktiv. Schösser wurde mit der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold, dem Bayerischen Verdienstorden und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

„Fritz Schösser hat die bayerische Gewerkschaftsbewegung über Jahrzehnte hinweg geprägt“, betonte Jena. Schon in seinem Ausbildungsbetrieb sei er Jugendvertreter, Betriebsrat und Vorsitzender der DGB Jugend Bayern gewesen, bevor ihn sein Weg nach 1968 über die Gewerkschaft ÖTV und den Leitungsposten beim DGB Bildungswerk Bayern schließlich an die Spitze des DGB Bayern führte.

„Er stand immer klar und konsequent für seine Überzeugungen ein“, lobte Jena. Als Bundestagsabgeordneter habe er deshalb auch deutlich Position gegen die Agenda 2010 bezogen. „Im Kampf für die Interessen der Arbeitnehmer argumentierte er mit eindrücklicher Klarheit und scheute keine Diskussion. Wer ihn kannte, erlebte ihn als humorvoll und einfühlsam. Er hinterlässt eine große Lücke“, sagte Jena.

SPD-Landeschefin Kohnen betonte, Schösser habe stets die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Blick gehabt. „Mit beeindruckendem Mut und großer Leidenschaft setzte er sich für die soziale Gerechtigkeit ein. In Gedanken sind wir bei seiner Familie und trauern mit ihr. Er wird uns sehr fehlen.“ Auch SPD-Landtagsfraktionschef Horst Arnold würdigte Schösser als „unermüdlichen und profilierten Kämpfer für soziale Gerechtigkeit“. „Fritz Schösser war für mich immer die personifizierte Allianz zwischen SPD und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“, sagte er.

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