Kurt Weill in der Bad Kissinger Therme

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Kissinger Sommer
Der Regentenbau in Bad Kissingen. (Foto: Daniel Karmann / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Handtuch und Badelatschen statt Abendkleid und Anzug: Besucher des Klassikfestivals „Kissinger Sommer“ haben in der Therme Kisssalis in Bad Kissingen am Donnerstag ein außergewöhnliches Nachtevent erlebt. Die norwegische Künstlerin Tora Augestad und ihre Band „Music for a while“ verwandelten das Schwimmbad mit Songs von John Dowland bis Kurt Weill in einen Konzertsaal. Die Moritat von Mackie Messer aus Bertolt Brechts Dreigroschenoper oder der Song vom „Surabaya Johnny“ und Franz Schuberts Winterreise konnten so schwimmend oder im Liegestuhl gehört werden.

In jazzigen Arrangements interpretierte das norwegische Ensemble die klassischen Werke dabei erfrischend anders. Die Stücke hätten wegen der besonderen Akustik etwas langsamer und weicher gespielt werden müssen, sagte die Sopranistin Augestad nach dem Konzert. „Wir haben schon auf Brücken, Schiffen und in der Natur gespielt, aber in einem Schwimmbad waren wir noch nie - aber es war wunderbar!“

Mit neuen, ungewöhnlichen Spielstätten wolle man die Attraktivität des Musikfestivals weiter steigern, sagte Intendant Tilman Schlömp. Erstmals wurde auch im Innenhof des restaurierten ehemaligen Luitpoldbads gespielt.

Mit diesmal 63 Veranstaltungen und einem Ticketvolumen von 35 300 hat das noch bis Sonntag dauernde Musikfestival nach Schlömps Angaben die Erwartungen leicht übertroffen. Die Konzertreihe steht in diesem Jahr unter dem Motto „1918 - Aufbruch in die Moderne“. Der damalige Geist des Neuanfangs nach dem Ersten Weltkrieg brachte Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts hervor wie Igor Strawinskys Neoklassik oder George Gershwins „Rhapsody in Blue“.

Programm des Klassikfestivals Kissinger Sommer 2018

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