Knauf-Museum zeigt Highlights aus Schwarzenberg-Archiv

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Ausstellung zum Schwarzenberg-Archiv
Grund- und Lehnbücher aus dem 19. Jahrhundert im Knauf-Museum. (Foto: Daniel Karmann / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

In diesem Archiv ist alles vorhanden, was eine gute Seifenoper über eine Adelsfamilie enthalten sollte: dramatische Todesfälle, beeindruckende Erfolge, Geschäftsbeziehungen mit dem Kaiser und menschliche Zuwendungen. Im Schwarzenberg-Archiv ist das Leben der Adelsfamilie in den vergangenen 800 Jahren engmaschig dokumentiert. Die interessanten Stücke daraus sind vom 18. März an im Knauf-Museum in Iphofen (Landkreis Kitzingen) zu sehen.

„Das älteste Stück ist eine erste Erwähnung aus dem 13. Jahrhundert; ein Schriftstück, das den Ursprung der Adelsfamilie dokumentiert“, sagte Museumsleiter Markus Mergenthaler der Deutschen Presse-Agentur. Die jüngsten Ausstellungsstücke sind Unterlagen von 1944, die die Übersiedlung des Archives nach Tschechien betreffen. „Das sind Übersichten, was alles eingepackt wurde. Das ist ganz spannend.“

Die Schwarzenbergs, ein noch heute existierendes Adelsgeschlecht, haben ihren regionalen Ursprung im fränkischen Steigerwald im Landkreis Kitzingen. Von dort aus wuchs das einstige Fürstenhaus bis nach Böhmen und in die Steiermark. Die Ausdehnung der Macht und das Leben der Familien ist ausführlich im Schwarzenberg-Archiv dokumentiert, das seit 2011 im Nürnberger Staatsarchiv zu finden ist. „41 000 Datensätze, 900 Meter Aktenmaterial - das ist fast ein Kilometer an Archivmaterial“, sagte Mergenthaler dazu. Die Highlights aus dem Archiv, rund 70 Stücke, werden nun in Iphofen nach Epochen sortiert und zum Sprechen gebracht. „Das Gros der Besucher wird wegen der alten Schriftart keine einzige Urkunde lesen können.“

In der Ausstellung zum Schauen und Hören werden auch die tragischen Geschichten erzählt. „Ein Schwarzenberg wurde bei der Jagd unabsichtlich vom Kaiser erschossen. Eine Fürstin verbrannte im Tanzsaal während einer Hochzeit, weil ihre hohe Perücke an einem Kerzenständer hängengeblieben war.“

Das Knauf-Museum zählt jährlich von März bis November rund 25 000 Besucher. Es wird vom Baustoff-Hersteller Knauf finanziert.

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