Klimawandel: Mehr mediterrane und resistentere Rebsorten

Weinlese
Auf einem Weinberg wird die Sorte Ortega geerntet. (Foto: Nicolas Armer / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Klimawandel könnte Frankens Winzer zu wärmeliebenderen und resistenteren Rebsorten bringen. „Wir werden wahrscheinlich in Zukunft weniger Bacchus in Franken finden und mehr Cabernet Blanc, Chardonnay oder Sauvignon“, sagte die Referentin für Weinbau im Agrarministerium, Marianne Steinschulte, am Mittwoch im Landtagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. „Die typischen Rebsorten werden, denke ich, sicher nicht verschwinden.“ Das Flaggschiff, die Weißweinsorte Silvaner, habe mit dem Klimawandel weit weniger Probleme als der Bacchus, der vom Verbraucher zugleich immer weniger nachgefragt werde.

Hitzephasen, Dürrezeiten und Schädlinge und Krankheiten aus anderen Regionen - die fränkischen Winzer werden sich nach Worten von Weinbaupräsident Artur Steinmann auf neue Rebsorten einlassen müssen, die die Veränderungen besser wegstecken. Er rechnet damit, dass künftig jeder Winzer bis zu 15 Prozent seiner Fläche mit Sorten bepflanzen wird, die beispielsweise gegen bestimmte Krankheiten resistent sind. „Die werden immer widerstandsfähiger und die Weine immer besser.“ Diese sogenannten Hybrid-Weine - gekreuzt aus amerikanischen und europäischen Pflanzen - seien aber beim Verbraucher leider noch nicht gefragt.

Weinbau-Referentin Steinschulte sagte zudem: „Eine Verlagerung der Rebflächen in kühlere Standorte werden wir ebenfalls beobachten: dass demnächst ein spritziger Riesling eher im Nordost-Hang gepflanzt wird und nicht mehr im Südhang.“

Auch erwarte sie Weine mit höherem Alkoholgehalt. Der Markt frage auch aus gesundheitlichen Gründen aber eher leichtere Weine nach. „Das ist (...) eine Herausforderung für die Kellermeister in der Zukunft“, sagte Steinschulte. „Da wird man auch häufiger in eine frühere Lese gehen müssen, um nicht so alkoholreiche Weine zu haben. Das ist eine Problematik, die noch nicht gelöst ist.“ Schließlich müssten Weine produziert werden, „die der Kunde trinken möchte“.

Nach Steinmanns Worten werden die Rebstöcke in Zukunft weit weniger Blätter tragen als bisher. „Dadurch verdunstet weniger Wasser, und es gibt weniger Alkohol.“ Das Blattgrün sei für die Zuckerproduktion entscheidend - sprich: weniger Blätter, weniger Alkohol, erklärte er.

Durch die Klimaveränderungen kämpfen die Winzer immer häufiger mit Trockenheit und Hitze, Spätfrösten nach dem Rebenaustrieb, Hagel oder Schädlingen, die bisher in der Region nicht verbreitet waren. In Franken, wo auf mehr als 6300 Hektar Wein angebaut wird, fällt durchschnittlich nur ein Drittel der Regenmenge Südbayerns. Vor allem Steilhänge trifft das besonders. Das Umweltministerium fördert derzeit Pilotprojekte aus Franken zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen.

© dpa-infocom, dpa:210609-99-921357/3

Auswirkungen des Klimawandels - Infomaterial der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Die Tübinger Pharmafirma Curevac kann die Erwartungen nicht erfüllen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Covid-Impfstoff von Curevac verfehlt Erfolgskriterien

Rückschlag für einen Hoffnungsträger der Impfkampagne in Deutschland: Im Rennen um die Markteinführung eines weiteren hochwirksamen Corona-Impfstoffs hat die Tübinger Biopharmafirma Curevac einen empfindlichen Dämpfer publik gemacht.

Das Unternehmen musste am späten Mittwochabend in einer Pflichtbörsenmitteilung einräumen, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung «jeglichen Schweregrades» erzielt habe.

 Freizügiger Protest: Die Klimaaktivistinnen kritisieren nicht nur den Regionalplan als klimaschädlich, sondern auch den geringe

Mit Video: Klimaaktivistinnen ziehen in Horgenzell fast blank. Darum haben sie das gemacht

Demonstranten haben sich am Mittwochnachmittag vor der Mehrzweckhalle in Horgenzell versammelt und gegen die Fortschreibung des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben protestiert.

Ein großes Aufgebot von Sicherheitskräften und Polizei war bereits vor Beginn der Sitzung des Planungsausschusses des Regionalverbands im Einsatz und umgab das Gelände der Mehrzweckhalle in Horgenzell. Dort hatten sich Schätzungen der Polizei zufolge rund 30 Demonstranten eingefunden.

Impftermin-Ampel: Jetzt mit Push-Nachrichten für Ihr Impfzentrum

Die Impftermin-Ampel von Schwäbische.de zeigt mit einem Ampelsystem Impfzentren der Region an, in denen es gerade freie Termine gibt. 

+++ JETZT NEU: Nutzer mit einem Schwäbische Plus Basic, Premium- oder Komplettabo können sich nun exklusiv und noch schneller per Pushnachricht aufs Handy über freie Termine bei Ihrem Wunsch-Impfzentrum informieren lassen. Hier geht es direkt zum Push-Service, Abonnenten können ihn sofort nutzen.

Nutzer ohne Abo können weiterhin die bestehende Impfampel auf dieser Seite hier nutzen.

Mehr Themen