Kirchenmusik-Festival ION widmet sich dem Thema „Zeit“

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

„Zeit“ ist das Thema der diesjährigen Internationalen Orgelwoche Nürnberg (ION). Im Zentrum stehen dabei die verschiedenen Arten, Zeit wahrzunehmen - nicht zuletzt die Idee, sich in ihr verlieren zu können. Reichlich Gelegenheit bietet dazu beispielsweise die Aufführung von Thomas Tallis' 40-stimmigem Chorwerk „Spem in Alium“ am 9. Juni in der Lorenzkirche, das die Sänger Terry Wey und Ulfried Staber im Rahmen einer achtstündigen Live-Aufführung Stimme für Stimme zusammensetzen.

„Zuerst ging es mir darum, endlich einmal mein absolutes Lieblingsstück von Händel präsentieren zu können - Il trionfo del tempo e del disinganno (Der Triumph von Zeit und Wahrheit)“, sagte der künstlerische Leiter des Sakralmusik-Festivals, Folkert Uhde, zur Vorstellung des ION-Programms am Donnerstag. Aus der Thematik des Oratoriums, das zur Eröffnung am 8. Juni in Sankt Sebald mit dem Helsinki Baroque Orchestra erklingt, entwickelte sich das gesamte Konzept der anstehenden Festivalausgabe, die bis zum 17. Juni dauert.

Auch in der Lorenzkirche wird am 11. Juni die Staatsphilharmonie Nürnberg zu Gast sein, die unter dem scheidenden Generalmusikdirektor Marcus Bosch mit Bruckners vierter Symphonie zu hören ist.

Neben dem Festkonzert in St. Egidien am 10. Juni und der ION-Nacht am 15. Juni liegt ein Fokus auf dem internationalen Orgelwettbewerb, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Folkert Uhde sagte: „Wir haben 30 Anmeldungen aus aller Welt, was zunächst nach wenig klingt. Aber der Wettbewerb stellt bereits am Anfang derart hohe Hürden, dass wir nur das absolute Top-Level haben.“ Elf Teilnehmer aus acht Nationen wurden ausgewählt, die in verschiedenen Runden und an verschiedenen Orgeln gegeneinander antreten. Aus dem großen Finale am 17. Juni in der Lorenzkirche geht dann der Sieger hervor.

Mittagskonzerte, ein Kompositionsforum sowie ein Symposium zur Standortbestimmung der geistlichen Musik runden das Festivalprogramm ab - das letzte, das Folkert Uhde verantwortet. Nach sechs Ausgaben gibt der Berliner Kulturmanager die Leitung an seinen Nachfolger Moritz Puschke ab.

ION

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen